Start-up Profi Dr. Tina Ruseva

„Wenn du gründen willst, dann mache es mit einem Sinn!“

Gründen wollte TUM Alumna Dr. Tina Ruseva schon immer: zu denen gehören, die „machen“, nicht zu denen, die „konsumieren“. Nach vielen Jahren in der Start-up-Welt sagt sie: Es kommt nicht nur darauf an, etwas richtig zu machen, sondern das Richtige zu machen.

Schon während ihres Medieninformatik-Studiums in den 2000er Jahren besuchte Tina Ruseva Gründerseminare. Doch der zündende Funken wollte noch nicht so recht entfachen. Sie erinnert sich: „Das Angebot an Veranstaltungen war damals recht bescheiden, und half mir nicht so recht dabei, meine Gründungsidee zu finden.“

Ihr erster Job führte sie deshalb auch erst einmal weg von Entrepreneurship in den Software-Bereich. Dort kam die Ernüchterung: „Ich erkannte ziemlich schnell, dass ich als Informatikerin zwar ein CRM-System gestalten konnte, aber überhaupt nicht wusste, wofür Unternehmen es genau nutzen. Ich wollte das unbedingt ändern.“

Ein MBA an der TUM? Da hab ich nicht zweimal überlegt.

Tina Ruseva begann nach weiterführenden Studiengängen zu recherchieren. Sie fand den MBA in Innovation and Business Creation an der TUM. „Betriebswirtschaft lernen und sich gleichzeitig mit Start-ups und Venture Capital auseinandersetzen – für mich war das perfekt!“ Dann musste alles ganz schnell gehen, die Bewerbungsfrist war in  wenigen Tagen. Sie meldete sich für das Studium an und kündigte  ihren Job – fest entschlossen nach dem MBA endlich etwas Eigenes aufzubauen.

Qualität ihrer Zeit voraus

Das Studium erwies sich als die richtige Entscheidung. Erst heute, so sagt sie, würde ihr die hervorragende Lern-Qualität an der TUM voll und ganz bewusst. „Schon vor zehn Jahren wurde ich mit den Inhalten ausgebildet, die heute in einer digitalisierten Welt entscheidend sind.“ Dazu gehörten bereits 2007 agiles Management, Open Innovation oder Interdisziplinarität und Diversität von Teams. Doch nicht nur die Lerninhalte prägten ihr Leben nachhaltig, auch die Menschen. „Hier fand ich Menschen, die sich gegenseitig inspirieren, aufgeschlossen sind und eine fortschrittliche Weltanschauung haben.“ Durch dieses Netzwerk gestärkt, wagte sie schließlich den Schritt in die Selbständigkeit. Sie gründete ihr eigenes Start-up.

Inspirieren – eine Herzensangelegenheit

Ihr großes Talent, selbst andere zu inspirieren und zu ermutigen setzte sie nebenbei als Mentorin ein. Seit dem Abschluss ihres MBAs hat sie im Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende unzählige Mentees betreut und entdeckte dabei ihre  zweite Herzensangelegenheit neben dem Gründen: Menschen coachen, fördern und sie dabei unterstützen, ihren Sinn und den richtigen Weg in ihrem Leben zu finden.

Getrieben davon, mit einem größeren Publikum ihre Erkenntnisse zu teilen und diejenigen aufzuwecken, die noch ihre wahre Bestimmung suchen, betrat Tina Ruseva 2019 schließlich wieder einmal Neuland und schrieb ein Buch.

Ein Buch über Mut, Sinn und Software

Dieses – wie sollte es auch anders sein – stellt das Gründen in den Fokus, aber auch den Sinn des Arbeitslebens. Entrepreneurship, das ist die These, ist nicht mehr länger unterteilbar in „sozial“ oder „profit-orientiert“. Es gehe vielmehr darum, das Richtige zu machen, den eigenen „Purpose“ zu finden, einen wahrhaftigen Grund als Antrieb für das eigene Tun zu haben. Darüber hinaus beschreibt das Buch eine Welt, die sich durch innovative Technologien, Software, Künstliche Intelligenz und neue Arbeitsmodelle komplett verändert hat und noch weiter verändern wird.

Mit ihrem Buch „Big Heart Venture“ will die Software-Gründerin das weitergeben, was sie von ihren Mentees gelernt, aber auch immer wieder vermittelt hat: den Mut zu haben, die eigene wahre Bestimmung zu finden. „Es ist wichtig, das Richtige für sich selbst zu finden und dazu möchte ich die Menschen animieren.“