Kreativer Generalist und Reisender Michael Bartels

„Ich war so neugierig auf ein unbekanntes Land“

Als Student und Alumnus der TUM lernte Michael Bartels Japanisch, studierte und arbeitete in Tokio. Seine mehrjährigen Erfahrungen in Japan haben sein Leben entscheidend geprägt und waren für ihn ein wichtiger Meilenstein für seinen beruflichen Werdegang.

Da Michael Bartels im Studium Technisches mit Kreativem verbinden wollte, fiel seine Wahl auf die Architektur. Der in München geborene Alumnus entschied sich, an der TUM zu studieren. „Die TUM stellte für mich die ideale Mischung aus technisch bodenständiger Lehre und der tollen Lage in einer schönen Stadt dar“, sagt er zu seiner Entscheidung.

In besonderer Erinnerung geblieben sind Michael Bartels die vielen Projektarbeiten, an denen er teilweise Tage und Nächte lang gemeinsam mit seinen Kommilitonen und Kommilitoninnen arbeitete. „Das verbindet“, sagt er. „So habe ich gelernt, mit unterschiedlichen Charakteren mit Spaß und Freude zusammenzuarbeiten.“ Er schöpft noch heute aus der Erfahrung, in einem sehr interdisziplinären Fach gemeinsam mit dem Team Ziele zu erreichen.

Der Neugier gefolgt

Auf Vielfalt setzte Michael Bartels von Anfang an auch im Hinblick auf Auslandserfahrungen. Japan, Russland und die USA interessierten ihn. Er entschied sich für einen Austausch an das Tokyo Institute of Technology in Japan. „Ich war so neugierig auf eine unbekannte fremde Sprache und auf ein Land, das zwar wirtschaftlich ähnlich aufgestellt ist wie Deutschland, aber kulturell und sozial ganz anders ist“, erklärt er. Als ideale Vorbereitung für sein Austauschjahr empfand er die Japanisch-Kurse am Sprachenzentrum der TUM und die professionelle Unterstützung durch das TUM International Center. Auch sein TUM-Professor Thomas Bock vom Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik hat ihn in seinem Vorhaben unterstützt. „Mit seinen Kontakten hat er mir den Weg nach Japan geebnet“, sagt Michael Bartels.

Die Zeit in Japan war ein wichtiger Meilenstein für meinen beruflichen Werdegang.

Für Michael Bartels war der Auslandsaufenthalt in jeder Hinsicht ein Erfolg. Seine Sprachkenntnisse machten es ihm möglich, neben dem Studium erste Berufserfahrungen in Tokio zu sammeln. Das Leben und Studieren im soziokulturell so andersartigen Land brachten ihm wertvolle interkulturelle Erfahrungen ein. „Zuerst kommt die Gruppe, dann das Individuum“, erklärt Michael Bartels. „Am Tokyo Institute of Technology gab es klare Zugehörigkeit zu einem Lehrstuhl und der damit verbundenen Familie.“ Noch heute treffen sich ehemalige Studierende einmal im Jahr am Geburtstag seines Architekturprofessors Koji Yagi in dessen Haus in Tokio.

Vom Fernweh eingeholt

Auch nach dem Studium wollte Michael Bartels in einem internationalen Umfeld arbeiten. Die Münchner Firma Brainlab, gegründet von TUM Alumnus und Medizintechnik-Revolutionär Stefan Vilsmeier, erfüllte diesen Wunsch mit einem Job in der Planungsabteilung. Doch Michael Bartels Fernweh war noch nicht gestillt. Er wollte zurück nach Tokio, um die Sprache noch besser zu erlernen und weitere internationale Arbeitserfahrung zu sammeln.

Seine Heimreise von Japan legte Michael Bartels auf dem Landweg zurück. 2015 entstand hierbei der beeindruckende Foto-Zyklus „Rough and High Above“. Das Bild zeigt den Wakhankorridor, eine der am wenigsten erschlossenen Regionen der Welt. Hier trennt ein Fluss Tadschikistan von Afghanistan (Foto: Michael Bartels).

Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ging Michael Bartels für weitere zwei Jahre nach Tokio. Den Praxisteil absolvierte er im Marketing in der japanischen Niederlassung von Brainlab. „Aufgrund meiner Arbeitserfahrungen in Japan wurde Firmengründer und CEO Stefan Vilsmeier auf mich aufmerksam gemacht“, sagt er bescheiden und gleichwohl stolz. „Die Zeit in Japan war auf alle Fälle ein wichtiger Meilenstein für meinen beruflichen Werdegang.“

Nach einem berufsbegleitenden MBA in der Schweiz und verschiedenen Positionen in der Münchner Unternehmenszentrale wirkt er seit 2016 als Verantwortlicher für die globale Preisstrategie bei einem sehr wichtigen Technologieführer in Sachen Medizintechnik mit.

Die Vielfalt der Welt erlebt

Neben seinem fordernden Beruf findet Michael Bartels immer noch Zeit für ausgedehnte Reisen. Die Menschen, Landschaften und Architekturen, die sich ihm auf seinen Reisen durch Asien und Europa bieten, fängt er in eindrucksvollen Fotografien und Filmen ein. Für seinen Dokumentarfilm „Tokio München – auf dem Landweg“ wurde er 2005 mit dem Münchner Jugendfilmpreis ausgezeichnet.