Mentoring-Tandem Daniela Krahmer und Tatjana Diebold

„Wir haben einfach nie aufgehört“

Vor dem ersten Treffen mit ihrer Mentorin Daniela Krahmer war TUM Studentin Tatjana Diebold ganz schön aufgeregt. Doch die Chemie stimmte sofort. Seit über fünf Jahren beratschlagen die beiden sich nun schon in beruflichen und privaten Dingen.

Nur zu studieren, war für Tatjana Diebold nicht genug. Während sie ihren Bachelor in Technologie- und Managementorientierter BWL (TUM-BWL) absolvierte, arbeitete sie als Werkstudentin. Als Stipendiatin engagierte sie sich außerdem in Innovationsprojekten. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem sie sich fragte, wie sich diese Ansätze in ein berufliches Zukunftskonzept einbetten lassen. Um einer Antwort auf die Frage näher zu kommen, entschied sie sich für das TUM Mentoring von Alumni für Studierende.

Eine Expertin in der Personalberatung

Ihre Mentorin wurde TUM Alumna Daniela Krahmer. Sie hat Mathematik mit Schwerpunkt Informatik an der TUM studiert und kann auf dreißig Jahre Konzernerfahrung im IT-Bereich und als selbstständige Unternehmensberaterin zurückblicken. „Am Anfang war ich sehr gespannt auf Daniela Krahmer“, erinnert sich Tatjana Diebold an ihre Aufregung beim ersten Treffen zurück. „Aber die Chemie hat gleich gestimmt: Wir haben ein ähnliches Verständnis von Professionalität und Werten. Wir mögen uns auch persönlich, tanzen zum Beispiel beide gerne.“

Fahrplan fürs Leben

Seit 2014 sind Daniela Krahmer und Tatjana Diebold nun schon ein Mentoring-Duo, obwohl das Programm offiziell nur auf ein Jahr angelegt ist. „Wir haben angefangen und einfach nie aufgehört“, so schmunzeln beide über ihre langjährige Verbindung. Von Anfang an liefen die Treffen, ob persönlich oder über Skype, sehr strukturiert ab. „Wir haben zuerst einen Fahrplan gemacht. Wo steht man jetzt? Wo soll es als nächstes hingehen? Wie finde ich die richtige Balance zwischen Beruflichem und Privatem“, so Daniela Krahmer.

Die beiden arbeiteten gemeinsam an Dokumenten, feilten an Profilen in sozialen Netzwerken, besprachen kniffelige Situationen im Arbeitsleben. Für Tatjana Diebold war vor allem wichtig, dass sie vieles überhaupt erst einmal in Worte fassen und formulieren sollte. „Oft hat man ein unbestimmtes Gefühl. Irgendetwas beschäftigt einen. Aber man weiß noch nicht, worauf das zurückzuführen ist“, erklärt sie.

Weitergeben ist ein Gut, das uns menschlich macht.

„Gerade hier haben mir die Beratungsgespräche mit meiner Mentorin enorm geholfen. Aber dafür muss man auch offen sein und es zulassen, sich unbedingt auch Neues zutrauen und ausprobieren.“ Tatjana Diebold spricht von einem „geschützten Rahmen“, den sie sich hierfür geschaffen haben und in dem die Dinge offen, ehrlich und vertraulich besprochen werden. „Es sind tausend Sachen, die ich gerade jenseits fachlich-methodischer Themen mitgenommen habe“, so Tatjana Diebold. „Ich habe zum Beispiel gelernt, mich mit mir selbst auseinander zu setzen.“

Seit Beginn ihres Mentoring im Jahr 2014 ist viel passiert. Daniela Krahmer hat ihre Mentee durch das Masterstudium begleitet und steht ihr nach wie vor zur Seite, momentan bei ihrem ersten Job bei einer global tätigen Unternehmensgruppe der Film- und Medienbranche in München.

Gesellschaftliche Verantwortung

Mittlerweile ist Daniela Krahmer zum sechsten Mal Mentorin – und das mit „ganzem Herzen“, wie sie sagt. Ihr Engagement als Mentorin betrachtet sie als gesellschaftliche Verantwortung. Man müsse allerdings nicht, so Daniela Krahmer, über dreißig Jahre Berufserfahrung verfügen, um eine gute Mentorin zu sein. Sie blickt zu Tatjana Diebold, die auch sie selbst immer wieder motiviert habe. „Ich ermutige dich, auch diesen Weg zu gehen. Das würde ich mir sehr wünschen. Weitergeben ist ein Gut, das uns menschlich macht.“