TUM Ambassador Kai-feng Pan

„Unsere Zusammenarbeit ist sehr erfolgreich“

TUM Ambassador Kai-feng Pan forscht an der Peking University darüber, wie Magenkrebs verhindert werden kann. In einem gemeinsamen Forschungslabor mit der TUM spielen beide Universitäten ihre Kompetenzen im Kampf gegen den Krebs nun noch besser aus.

Magenkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Da es um die Heilungschancen von Magenkrebspatienten nicht sehr gut steht, hat sich die Professorin für Epidemiologie an der Peking University die Prävention der Krankheit zur Lebensaufgabe gemacht. In TUM-Professor Dr. Markus Gerhard fand sie einen Gleichgesinnten auf Augenhöhe.

Dem Krebs den Kampf angesagt

Nach ihrem Medizinstudium am Peking University Health Science Center entschied sich Kai-feng Pan dazu, im Krankenhaus der Universität zu arbeiten, das sich speziell auf die Krebsprävention ausgerichtet hat. Seit über dreißig Jahren erforscht sie dort Magenkrebs, und damit eine der Hauptkrebsarten in China und auf der ganzen Welt.

Die Forschungen von Kai-feng Pan richten sich vor allem auf einen Landkreis in der Provinz Shandong, der in China als Hochrisikogebiet für diese Krebsart gilt. Als einen der größten Risikofaktoren für die bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut konnte Kai-feng Pan eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori nachweisen.

Ohne Konkurrenzgedanken

Am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der TUM gilt Markus Gerhard als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des krebserregenden Bakteriums H. pylori. Um von ihm mehr über die neuesten Technologien für die Typisierung der Bakterienstämme zu lernen, verbrachte Kai-feng Pan in den Jahren 2011 bis 2013 jeweils mehrere Monate als Gastwissenschaftlerin an seinem Labor an der TUM. „Ich möchte mich bei Prof. Dr. Markus Gerhard bedanken“, sagt Kai-feng Pan. „Er hat mir sehr geholfen und unsere gemeinsame Arbeit war und ist sehr erfolgreich.“

Der Nutzen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit beruht auf Gegenseitigkeit. Um geeignete Biomarker zu finden, durch die Infektionen erkannt und behandelt werden können, noch bevor der Krebs entsteht, sind Studien mit großen Patientenzahlen notwendig. In Deutschland lassen sich kaum ad hoc abertausende Probanden finden. In der vom Krebs so sehr gebeutelten Provinz Shandong indes schon.

Seit 2010 kooperieren die Labore von Kai-feng Pan und Markus Gerhard und bekämpfen gemeinsam den Magenkrebs in der ostchinesischen Provinz. Durch eine große bevölkerungsbasierte Interventionsstudie mit 185.000 Probanden war es den Forschenden möglich, in der Provinz die Entstehung von Magenkrebs durch die Ausrottung von H. pylori signifikant einzudämmen.

Institutionalisierte Zusammenarbeit

Die langjährige gute Zusammenarbeit von Kai-feng Pan und Prof. Dr. Markus Gerhard gipfelte 2017 in der Gründung eines gemeinsamen Labors von TUM und Peking University. Das Joint Key Laboratory PYLOTUM für Karzinome des oberen Verdauungstraktes bietet am Standort Peking ein einzigartiges Umfeld für den technologischen und wissenschaftlichen Austausch der beiden Länder sowie eine hochmoderne Infrastruktur, die für die Durchführung weiterer Forschungsprojekte und klinischer Studien erforderlich ist. „Es ist das einzige Labor in der biomedizinischen Forschung unter insgesamt nur acht genehmigten chinesisch-deutschen Projekten“, erklärt Kai-feng Pan. „Wir sehen das Labor nicht nur als Denkfabrik für Experten, sondern auch als Ausbildungszentrum für junge Ärzte und Wissenschaftlerinnen.“

Als Leiterin des Labors auf chinesischer Seite setzte Kai-feng Pan alles daran, die neue asiatische Forschungspräsenz der TUM vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie offiziell als „Nationales Zentrum für internationale Forschung“ genehmigen zu lassen. In Anerkennung ihrer langjährigen Kooperationsanstrengungen und ihrer akademischen Leistungen zeichnete TUM-Präsident Thomas F. Hofmann Kai-feng Pan 2020 mit dem Ehrentitel TUM-Ambassador aus. Seit 2013 wird der Titel einmal jährlich an internationale Spitzenforscherinnen und -forscher verliehen. „Es ist mir eine große Ehre, als eine der TUM-Botschafterinnen ausgewählt worden zu sein“, sagt Kai-feng Pan. „Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der TUM.“