Halbleiterexpertin Gunjot Kaur

„An der TUM Asia habe ich fürs Leben gelernt“

Das Studium an der TUM Dependance in Singapur hat Gunjot Kaurs Lebensweg entscheidend geprägt. Heute behauptet sie sich in einer männlich dominierten Branche selbstbewusst auf internationalem Parkett.

Schon in der Schule im indischen Chandigarh war Gunjot Kaur eine erstklassige Schülerin in Mathematik und Physik. Sie liebte die Naturwissenschaften und wollte mit ihrer Hilfe verstehen, wie das Universum funktioniert. „Ich wollte Astrophysikerin werden und bin letztendlich in der Mikroelektronik gelandet“, sagt Gunjot Kaur schmunzelnd. „Von Lichtjahren bin ich zu Nanometern gelangt.“

Nach dem Physikstudium am Miranda House College der University of Delhi wollte Gunjot Kaur mit einem Masterstudiengang in Chip-Design ihrem neuen Berufswunsch näher kommen. In der Lokalzeitung stieß ihre Mutter auf ein Programm, das Integrated Circuit Design als Joint Degree Program von Nanyang Technological University und TUM Asia in Singapur anbot. Gunjot Kaur recherchierte über die TUM und bekam auch von ihrem Onkel, der bei Intel arbeitete, bestätigt, dass es sich bei dieser Universität um eine der renommiertesten technischen Universitäten in Deutschland handelte. „Damit war mein Schicksal besiegelt“, sagt sie augenzwinkernd. „Das Studium in Singapur war eine einzigartige und lebensverändernde Erfahrung – nicht nur für mein Berufsleben, sondern für mein gesamtes Leben.“

Lektionen fürs Leben

Am Anfang ihres Studiums hatte Gunjot Kaur noch Selbstzweifel, ob sie als Physikabsolventin auch Schaltkreise designen kann. „Doch meine Professoren und das Management der TUM Asia haben immer an mich geglaubt und mir das Vertrauen gegeben, weiterzumachen“, erinnert sie sich an diese wichtige Lektion zurück: „Das Studium an der TUM Asia hat mich gelehrt, niemals aufzugeben.“

Durch das internationale Studium fühle ich mich beruflich und persönlich in jedem Umfeld wohl und sicher.

Auch ihre Professorin Doris Schmitt-Landsiedel, damals Inhaberin des Lehrstuhls für Technische Elektronik der TUM, beeinflusste Gunjot Kaur zum Positiven in Sachen Selbstbewusstsein – gerade in der von Männern dominierten Branche. „Sie war ein echtes Vorbild und eine Inspiration für mich“, sagt Gunjot Kaur dankbar. „Von ihr habe ich gelernt, mich mit Würde und Professionalität zu behaupten.“

Bereicherung durch kulturelle Vielfalt

Gunjot Kaur betont die Vorzüge des internationalen Campus und des multikulturellen Studiums. „Wir waren Studierende aus Indien und China und wurden von Professoren aus Singapur und von eigens eingeflogenen deutschen TUM-Professoren unterrichtet“, sagt sie. „Meine Studienerfahrung wurde durch diese kulturelle Vielfalt nachhaltig geprägt.“ Für ihre Masterarbeit ging Gunjot Kaur schließlich zu einem internationalen Technologieunternehmen nach München. „Es war sehr bereichernd, die Kulturen so unterschiedlicher Länder in einem jungen Alter erleben zu können“, sagt Gunjot Kaur. „Durch das internationale Studium fühle ich mich beruflich und persönlich in jedem Umfeld wohl und sicher.“

Auch nach Abschluss des Studiums wollte Gunjot Kaur weiterhin die Vorzüge eines internationalen Umfelds genießen, sie wollte viel reisen und Kunden direkt vor Ort treffen. Zwei Jahre lang war ihr dies als Field Applications Engineer für eine US-amerikanische Firma mit Sitz in Großbritannien möglich. Doch als sich ihr 2010 die Gelegenheit bot, nach München zurückzukehren, konnte sie es kaum erwarten, wieder in der bayerischen Hauptstadt zu sein. Dort ist sie geblieben und bringt ihre internationale Expertise als Halbleiter-Expertin in einem deutschen Unternehmen ein. Sie arbeitet bei Infineon im Münchner Süden, zunächst in ihrer technischen Domäne und seit nunmehr gut drei Jahren im globalen Marketing. „Bereist die Welt“, rät Gunjot Kaur jungen Studierenden. „Wenn ihr verschiedene Menschen trefft und unterschiedliche Kulturen erlebt, hilft Euch das, als Person zu wachsen.“