Schauspieler Ferdinand Hofer

„Aus dem Studium habe ich für die Schauspielerei gelernt“

Während seines Studiums hat Ferdinand Hofer in rund 25 TV- und Kino-Produktionen als Schauspieler mitgewirkt. Im Münchner „Tatort“ ist er deutschlandweit der jüngste Kommissar. Wichtige Schlüsselkompetenzen für seine Rolle hat er an der TUM gelernt.

 Schon als Jugendlicher war Ferdinand Hofer begeisterter Schauspieler auf der Schulbühne. Mit zwölf Jahren entdeckte ihn Regisseur Marcus H. Rosenmüller für seine Kinokomödie „Schwere Jungs“. Nach seinem Debüt wurde Ferdinand Hofer sofort von einer Schauspielagentur unter Vertrag genommen und spielte seitdem in einer Reihe erfolgreicher deutscher und österreichischer TV- und Kinoproduktionen: so in der „Grießnockerlaffäre“, im ZDF-Film „Rufmord“, im „Sauerkrautkoma“, oder in „SOKO Kitzbühel“. Seit 2013 ist er Mitglied im „Tatort“-Ensemble München. Als Kalli Hammermann ist er nicht nur der jüngste Assistent der Kommissare Leitmayr und Batic, sondern besetzt die Rolle seit dem Ausscheiden von Michael Fitz als Carlo Menzinger auch am längsten. Eine Schauspielerausbildung hat Ferdinand Hofer nicht, dafür bald einen Master in TUM-BWL.

Von der BWL-Klausur an den Tatort

Weil ihm ein sicheres Leben mit geregeltem Finanzeinkommen vorgeht, entschloss sich Ferdinand Hofer ganz bewusst dazu, nach München an die TUM zu gehen und dort TUM-BWL zu studieren. Mit einem Freund hat er vorher schon Vorlesungen besucht und ihm gefiel diese speziell an der TUM angebotene Kombination aus anspruchsvollem Betriebswirtschaftsstudium mit starken ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bezügen.

Die TUM hat gesehen, dass ich mich außerhalb der Uni sinnvoll engagiere und hat diesen Unternehmergeist gefördert.

2015 hat er seinen Bachelor erworben und Anfang 2019 wird er das Studium mit dem Master abschließen. Während seiner Studienzeit hat Ferdinand Hofer in rund 25 TV- und Kino-Produktionen als Schauspieler mitgewirkt. Beide Welten haben sich immer recht gut miteinander vereinbaren lassen, so Ferdinand Hofer. Wenn die Drehs nicht in die vorlesungsfreie Zeit gefallen sind, wurde ihm vonseiten der TUM immer vollstes Verständnis und Unterstützung entgegengebracht. „Die TUM hat gesehen, dass ich mich außerhalb der Uni sinnvoll engagiere und hat diesen Unternehmergeist immer gefördert. Diese coole Haltung habe ich sehr geschätzt. Deswegen habe ich gerne an der TUM studiert.“

Wechselseitige Bereicherung

Ferdinand Hofer mag beide Bereiche: das Studieren und die Schauspielerei. Seine parallel laufenden Rollen als Student und als Schauspieler sind für ihn ein willkommenes abwechslungsreiches Kontrastprogramm. „Man freut sich immer auf das Eine oder Andere und man kann nie in ein Loch fallen, da zumindest einer der beiden Bereiche immer gut läuft.“ Beide Bereiche haben sich bei aller Verschiedenheit gut ergänzt: „Aus dem Studium habe ich für die Schauspielerei gelernt und umgekehrt.“

Gerade der TUM-BWL-Studiengang erfordere ein sehr hohes Maß an Disziplin, Eigenverantwortlichkeit, selbstständigem Lernen und strukturierter Herangehensweise. „Als Schauspieler helfen mir diese Fähigkeiten sehr bei der Vorbereitung auf meine Rollen, früher bin ich da manchmal chaotischer herangegangen.“ Auch kann er jetzt durch das im Studium gelernte betriebswirtschaftliche Wissen eine ganze Reihe von Entscheidungen beim Film, die dahinter stehenden wirtschaftlichen Zusammenhänge, ganz anders nachvollziehen. Und auch umgekehrt habe er durch seine Arbeit als Schauspieler nicht zuletzt ein großes Menschenverständnis gewonnen. „Als Schauspieler versetze ich mich in verschiedene Charaktere, im alltäglichen Leben wie im Studium wende ich das bewusst darauf an, welcher Typ Mensch vor mir steht und wie ich am besten mit ihm reden sollte.“

Über den Umgang mit Kritik

Dass ein solches behutsames Einfühlen in die andere Person gerade von der Filmkritik nicht immer verfolgt wird, musste Ferdinand Hofer kurz vor seinem ersten Auftritt im Tatort erleben. In der Ankündigung seiner neuen Rolle konnte man „Apfelbäckchen“, „Föhnfrisur“, „Milchbubi“ und „der Neue mit dem Milchzahn-Lächeln“ lesen. Aber der Jungschauspieler Ferdinand Hofer entgegnet hier souverän wie ein alter Hase; „das ist maximal unprofessionell und ärgert einen natürlich, aber das geht mir nicht nahe“ und er fährt fort, „man kann immer Kritik an der Rolle üben, aber nicht am Menschen, der dahinter steht.“ Konstruktive Kritik allerdings nimmt er sich immer zu Herzen, denn an fachlichen Ratschlägen könne man nur wachsen.

Im seinem Beruf als Schauspieler möchte er freilich auch weiterhin dazulernen, an der Uni ist es jetzt aber genug. „Ich möchte nicht mehr lernen, sondern machen“, sagt Ferdinand Hofer. Anfang 2019 wird er die TUM mit einem Mastertitel verlassen. Er freut sich zwar auf den neuen Lebensabschnitt, aber ein bisschen wehmütig ist er schon. „Die Unizeit war richtig cool und die freie Zeiteinteilung und Unterstützung durch die TUM werde ich wohl bei einem Arbeitgeber so schnell nicht mehr finden.“ Sehr gerne möchte er noch lange im Münchner Tatort spielen und auch neue Filmrollen wahrnehmen. Und wenn das nicht klappen sollte, so sagt er zuversichtlich, macht das auch nichts: „Mit meinem Studium an der TUM habe ich mir ein solides zweites Standbein neben der Schauspielerei erarbeitet und damit ein gewisses Maß an Freiheit und Unabhängigkeit.“