Gründer Artem Kuchukov

„Ich wollte immer einen positiven Einfluss haben“

Mit einem Zweitstudium wollte Artem Kuchukov sein Wissen um das Bauwesen erweitern und Auslandserfahrung sammeln. Doch das Studium an der TUM führte zu viel mehr. Der TUM Alumnus gründete mit seinen Kommilitonen ein Start-up und macht nun das, was er schon immer wollte: etwas bewirken.

Die größte Motivation für Artem Kuchukov ist ständige Weiterentwicklung: die Entwicklung seiner eigenen Fähigkeiten, der Aufbau seines schnell wachsenden Unternehmens, und schließlich die Entwicklung der Menschen um ihn herum. „Ich möchte meine Zeit und Energie mit Dingen verbringen, die es mir ermöglichen, einen positiven Einfluss auf die Menschen und auf die Umwelt zu haben“, sagt er.

Mit seinem Start-up KEWAZO kann der erfolgreiche Jungunternehmer sein Lebensmotto Tag für Tag in die Tat umsetzen. Das Studium an der TUM hat ihn dorthin gebracht, wo er heute steht. Hier lernte er die TUM Alumni kennen, die seine Mitgründer und engsten Vertrauten wurden. Und hier eignete er sich das Wissen um neueste Robotertechnologien an, die Arbeit auf der Baustelle einfacher und sicherer macht.

Den Traum leben

Nach Abschluss seines Studiums des Bauingenieurwesens in Russland hatte Artem Kuchukov das Gefühl, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Er wollte ins Ausland und seinen Horizont durch ein Zweitstudium erweitern. Der Studiengang Advanced Construction and Building Technology an der TUM war genau das Richtige für ihn, kombinierte er doch seine beiden großen Leidenschaften Bauwesen und neue Technologien. „Die Möglichkeit, in einem Bereich wie der Baurobotik an vorderster Front mitzuarbeiten, wird weltweit nur an wenigen Universitäten geboten“, sagt Artem Kuchukov. „Das Studium an der TUM lief komplett auf Englisch ab. Das war ein riesiger Vorteil und ermöglichte es mir, meinen Traum zu verfolgen.“

Vor meiner Zeit an der TUM hatte ich nicht vor, ein Unternehmen zu gründen.

2017 konnte Artem Kuchukov sein Studium erfolgreich abschließen. Doch das Leben in einem fremden Land mit fremder Kultur war zunächst alles andere als einfach. Und auch die komplexen Studieninhalte und unbekannten Lehrmethoden hatten für ihn große Herausforderungen dargestellt. Seine wohl wichtigste Erfahrung aus der Studienzeit an der TUM liegt für Artem Kuchukov darin, dass er hier gelernt hat, mit solchen Unsicherheiten und ständig neuen Herausforderungen umzugehen. Diese Fähigkeiten sollten sich für den jungen Gründer von großem Vorteil erweisen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Dass er überhaupt ein Start-up gründen würde, und das noch dazu in einem fremden Land, damit hatte Artem Kuchukov nicht gerechnet. „Vor meiner Zeit an der TUM hatte ich nicht vor, ein Unternehmen zu gründen“, erklärt er. „Es war mehr eine glückliche Fügung, mit den richtigen Leuten und dem richtigen Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“

Das Studium zeigte Artem Kuchukov eine riesige Lücke zwischen der Realität und den Möglichkeiten in der Baulogistik auf. Vor nicht allzu langer Zeit wären intelligente Roboteraufzüge für den Materialtransport nicht einmal denkbar gewesen. „Heute sind solche Lösungen durch neue Software- und Hardwaretechnologien möglich“, erklärt er. „Aus diesem Grund können heutzutage völlig neue Lösungen entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um die Situation auf den Baustellen zu ändern, die in den letzten Jahrzehnten gleich geblieben ist.“ Seine Idee: Mithilfe von Robotik und Datenanalyse die Bauindustrie digitalisieren.

Großes bewirken

Mit seinem Studienfreund Leonidas Pozikidis (Master Advanced Construction and Building Technology 2017) entwickelte Artem Kuchukov die gemeinsame Idee weiter und erarbeitete bereits erste technologische Lösungen. Den Durchbruch für das ambitionierte Vorhaben brachte die Teilnahme der jungen Visionäre am Think.Make.Start-Kurs der UnternehmerTUM. Hier lernten sie die TUM Alumni Sebastian Weitzel (Master Informatik 2017), Ekaterina Grib (Master Consumer Affairs 2017), Eirini Psallida (Master Informatik 2017) und Alimzhan Rakhmatulin (Master ESPACE 2018) kennen – und gründeten das Start-up KEWAZO.

Heute sind die TUM Alumni nicht nur seine Kollegen, sondern auch Artem Kuchukovs beste Freunde und engste Vertraute. „Gerade in der Anfangsphase mussten wir gemeinsam viele Herausforderungen meistern“, erinnert er sich. „Das verbindet und bringt die Beziehungen auf eine neue Ebene.“ Auch die TUM leistete ihren Beitrag zur Entwicklung des Start-ups: mit vielen Beratungsrunden, einem Arbeitsplatz in Garching und der nötigen Hardware. „All das führte Schritt für Schritt dorthin, wo wir heute stehen“, sagt Artem Kuchukov. „Wir sind eines der weltweit führenden Teams im Bereich der Baurobotik.“

Über zwanzig Mitarbeitende hat das ambitionierte Unternehmen mittlerweile. Es wird von Weltklasse-Branchenspezialisten und führenden europäischen Investoren unterstützt. Jüngst erhielt es die CE-Zertifizierung durch den TÜV Süd. Nun geht es mit der ersten Kleinserie los: 2021 ist die High-Tech-Transporthilfe auf den Markt gekommen – in Form des Roboters „LIFTBOT“, der Schulter an Schulter mit Menschen auf Baustellen arbeitet. „Ich wollte immer, dass meine Tätigkeit einen großen Einfluss auf die Welt um mich herum hat“, sagt Artem Kuchukov. „Der Aufbau meines eigenen Unternehmens wurde zu einer Art Antwort und Erfüllung dieses Bedürfnisses.“