IN MEMORIAM: Architekt Andreas Meck

„Die Vielfalt der Aufgaben fasziniert mich“

Andreas Meck gehörte zu den gefragtesten Architekten Deutschlands. Sein Schaffen ist vielfältig und reicht von Wohnhäusern bis zu Bibliotheken. Im August 2019 ist Andreas Meck im Alter von 59 Jahren verstorben.

Feuer gefangen für seinen Beruf hat er im Studium: Beim gemeinsamen Arbeiten und Diskutieren mit Kommilitonen. „Aus dem Hauptstudium ist mir vor allem die intensive Arbeitssituation in Erinnerung geblieben“, erzählte Prof. Andreas Meck. „Wir haben gemeinsam mit anderen Studenten an Projekten gearbeitet und uns gegenseitig beraten, aber uns auch gegenseitig hochgeschaukelt und über Architektur diskutiert.“ Dann hätten sie oftmals natürlich nicht um sechs Uhr aufgehört zu arbeiten, sondern seien bis Mitternacht dort gesessen. „Eine solch intensive Auseinandersetzung mit einer Sache ist die Möglichkeit, für ein Studium oder einen Beruf Feuer zu fangen.“

Architekt aus Berufung

Andreas Meck bezeichnete sich selbst als „Architekt aus Berufung und Leidenschaft“. Und das merkte man, wenn er über seine Arbeit sprach. Er liebte es, sich intensiv mit einer Sache auseinanderzusetzen, das Bauwerk in seinen räumlichen Gegebenheiten zu betrachten und dafür Entwürfe mit atmosphärischen Qualitäten vorzuschlagen – und eben nicht nur Anforderungsprofile zu erfüllen, sondern weit darüber hinaus zu gehen.

Ich nehme die kleinen Dinge genauso ernst wie die großen.

Wohl auch deshalb hat er sich in seiner Tätigkeit nicht spezialisiert, sondern plante ganz unterschiedliche Projekte. Er hat Wohn- und Ferienhäuser gebaut, sakrale Bauten und Ehrenmäler entworfen, den Bau von öffentlichen Plätzen, Gemeindezentren, Rathäuser, Kindergärten, Studentenwohnheime geplant. Das Spektrum seiner Realisierungen ist groß.

TUM Alumnus, Prof. Andreas Meck, im Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne.

Andreas Meck hat sich viele Jahre als Vorstandsvorsitzender des Fördervereins für das Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne engagiert (Foto: Magdalena Jooß/TUM).

Ist das nicht schwierig? Nein, sagte Andreas Meck. „Ich finde, dass hinter jeder Aufgabe eine neue Herausforderung steht. Ich nehme die kleinen Dinge genauso ernst wie die großen, denn sie erfordern, wenn man sie ernst nimmt, auch genauso viel Arbeit.“ Immer ginge es ja darum, Räume und Raumatmosphären zu schaffen. Das sei der rote Faden, der sich in seiner Tätigkeit als Architekt durchziehe. „Diese Herausforderung, die in jeder neuen Aufgabe steckt, ist natürlich auch, was spannend ist und was mich fasziniert.“

Beiträge zur Baukultur leisten

Das Schönste an seinem Beruf aber sei, dass er mit seinen Projekten einen Beitrag zur Baukultur leisten könne. „Gebäude, die gelungen sind, stehen ja im Stadt- oder Ortsbild“, sagte er. Sie leisten nicht nur einen positiven Beitrag für diejenigen, die in den Gebäuden wohnen und sie nutzen, sondern auch für diejenigen, für die sie ein Teil der gebauten Umwelt sind. „Das finde ich wunderschön an unserem Beruf.“

Andreas Meck gehörte zu den gefragtesten Architekten in Deutschland, er hat viele Preise gewonnen. Doch wichtiger als Auszeichnungen war für ihn das Tätigsein. „Preise und Anerkennungen sind immer schön, weil man positive Resonanz kriegt auf die Arbeit, die man geleistet hat“, sagte er. „Grundsätzlich interessiert mich aber das Tun, das Entwickeln eines Bauwerkes, mehr, als nach Preisen zu schielen.“ Das Arbeiten habe sich für ihn dadurch nicht geändert: „Es ist nicht sehr viel anders als zu Beginn meiner Karriere: Man muss sich um jeden Auftrag bemühen, denn jedes Mal beginnt man mit einem Projekt wieder ganz von vorne. Das ist das Wunderbare und gleichzeitig Fordernde an der Architektur.“

Lesen Sie ein komplettes Interview mit Andreas Meck aus dem Sommer 2018 in der dieser Ausgabe des KontakTUM, dem Alumni-Magazin der TUM.