Familienunternehmer Andreas Duschl

„Wir bieten Menschen eine berufliche Heimat“

Hoher fachlicher Anspruch gepaart mit Freiheit, bayerischer Lebensart und Menschlichkeit – was Alumnus Andreas Duschl am Studium an der TUM schätzte, ist heute die Kernphilosophie seines Familienunternehmens.

In der Wintersaison jeden Dienstag die leere Skipiste hinunterwedeln und dafür am Samstag mit frischem Kopf im Büro arbeiten, an einem Mittwochvormittag ohne lange Wartezeit zum Friseur gehen oder einen Arbeitstag um 14 Uhr starten und ihn dafür erst in der Nacht beenden: All das sind Freiheiten, die Andreas Duschl den etwa 150 Mitarbeitern seiner Firma „Duschl Ingenieure“ zugesteht. „Menschen am Gängelband zu halten, funktioniert nicht“, ist er überzeugt. „Solange es mit den Projekten vereinbar ist, darf sich jeder selbst organisieren, entsprechend seines Biorhythmus, seiner persönlichen Umstände oder seiner Interessen.“ Dieses Vertrauen in die Mitarbeiter sei dabei noch nie enttäuscht worden. „Ich habe mich bisher noch von niemandem ausgenutzt gefühlt“, erzählt der 44-Jährige. Im Gegenteil: „Wir profitieren als Firma doch auch, wenn ein Mitarbeiter in seiner Kraft ist!“

Starke Werte als Basis für den Erfolg

Die starke Orientierung an Werten ist für den gläubigen Christen Andreas Duschl die Basis für den Erfolg seines mittelständischen Unternehmens. „Wir haben einen hohen Dienstleistungsanspruch und erwarten diesen auch von unseren Mitarbeitern. Ich möchte bei uns Menschen mit Haltung, Urteilskraft und der Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Das bedeutet auch, dass ich sie wahr- und ernst nehme in allem, was sie ausmacht.“  Ob jemand alleinerziehend sei oder gerade ein Elternteil pflege, könne am Arbeitsplatz nicht ausgeblendet werden. „Ich versuche, meine Mitarbeiter nicht gleich zu behandeln, sondern immer der konkreten Lebenssituation entsprechend individuell.“

Manchmal ist es wichtig, gegen den Strom zu schwimmen.

Andreas Duschl ist quasi in das Familienunternehmen hineingewachsen. Sein Vater Gerhard gründete das Beratende Ingenieurbüro für technische Ausrüstung und Energietechnik 1971 und fungiert bis heute neben seinem Sohn als Geschäftsführer. Ebenso wie Vater Gerhard entschied sich auch Andreas Duschl nach dem Abitur für ein Elektrotechnik-Studium an der TUM. Für ihn bis heute die richtige Wahl. „Die Zeit an der TUM hat mich nicht nur fachlich geprägt, sondern mich auch in meinen Werten bestätigt“, erzählt er. „Ich habe viel Freiheit erfahren und das Thema Fördern und Fordern stark gespürt. Es war ein extrem hoher Standard, aber auch viel bayerische Lebensart und Menschlichkeit.“

Die nächste Generation im Blick

Seine Erfahrungen und Werte an die nächste Generation weiterzugeben, sieht der Mittelständler als wichtige Verantwortung. Im Schnitt gibt es in seiner Firma acht Auszubildende in vier Berufen, zudem hält Andreas Duschl Lehrvorträge an Unis ab. Gerade für Ingenieure sei es von großer Bedeutung, den Blick über die Studienschwerpunkte hinaus zu lenken. „Offen an technische und ethische Fragestellungen heranzugehen und den Menschen zu verstehen, ist essentiell. Es geht nicht nur um reine Nützlichkeit“, betont er.

Sein wichtigster Rat an den Nachwuchs lautet jedoch: „Glaubt keinem, der einen Karrieretipp für euch hat. Sondern spürt in euch hinein und schaut, was euch wirklich Freude macht.“ Das könne durchaus auch bedeuten, einmal gegen den Strom zu schwimmen. „Als ich im Studium Energietechnik vertiefen wollte, haben mir alle abgeraten. Wir waren der kleinste Studienanfängerkreis, den es je gegeben hat – nur 15 haben sich auf Energietechnik spezialisiert“, erzählt der Unternehmer. Doch war es genau das Richtige, denn: „Viele unserer existenziellen Fragen drehen sich heute um die Energie.“