Robotik-Expertin Alona Kharchenko

„Ich möchte Roboter menschlicher machen“

Roboter sind kalte, leblose Maschinen? Nein, sagt TUM-Alumna Alona Kharchenko. Sie forscht an einem Roboter, der handelt und fühlt wie ein Mensch. Das nötige Know-how für diese visionäre Aufgabe hat sie an der TUM erhalten.

Schon als Schülerin interessierte sich Alona Kharchenko für Chemie, Physik und vor allem für Mathematik und Informatik. 2014 absolvierte die gebürtige Ukrainerin an der Taras Shevchenko National University of Kyiv in der Ukraine ihren Bachelor in Applied Mathematics. „Für den Master wollte ich nach Deutschland gehen“, sagt sie. „Ich entschied mich für die TUM als renommierte technische Spitzenuniversität.“

Zukunftsorientiert

Der deutschlandweit einmalige Masterstudiengang Robotics, Cognition, Intelligence der TUM war genau das Richtige für die technikaffine und von Zukunftstechnologien faszinierte Studentin. „Ich war damals auf der Suche nach einer echten Herausforderung“, sagt Alona Kharchenko. „Das Studium an der TUM hat mich in die Welt der aktuellsten Forschung und Technologien geführt.“

Begeistert erzählt Alona Kharchenko von der erstklassigen Ausstattung und Infrastruktur der TUM, von leistungsstarken Computern, hochmoderner Hardware und von den vielen Kontakten zu großen Unternehmen und Start-ups. Als Bereicherung empfand sie auch, dass an der TUM großer Wert auf Teamarbeit, Diversität und Interdisziplinarität gelegt wird. „In dieser multikulturellen und inspirierenden Atmosphäre konnte ich meine Soft Skills erweitern“, sagt sie. „Hier wurde mir alles geboten, um in jeder Hinsicht immer besser zu werden“, sagt sie.

Zukunftsmusik

Seitdem sie 2017 ihren Master abgeschlossen hat, ist Alona Kharchenko am TUM-Lehrstuhl für Robotik, Künstliche Intelligenz und Echtzeitsysteme Doktorandin in Neurorobotik und federführend in das zukunftsträchtige Roboy-Projekt involviert. Roboy ist ein so genannter humanoider Roboter. Durch seine 3D-gedruckte Skelettstruktur, die die menschliche Wirbelsäule, Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln nachahmt, unterscheidet er sich signifikant von herkömmlichen Robotern.

An der TUM wurde mir alles geboten, um immer besser zu werden.

In leitender Funktion ist Alona Kharchenko für die Bereiche „Roboy Cognition, Roboy Control und Roboy Simulation“ verantwortlich. Voller Leidenschaft arbeitet sie daran, den Roboter menschlicher aussehen, agieren, interagieren und fühlen zu lassen. Gemeinsam mit ihren studentischen Teams erforscht sie die künstliche Intelligenz, die das Gehirn von Roboy steuert, und die Möglichkeiten, biologische Kontrollmechanismen auf den künstlichen Körper zu übertragen. „Ich möchte Roboter menschlicher machen“, sagt sie mit leuchtenden Augen. „Roboy ist der niedlichste Roboter der Welt.“ Erst kürzlich gelang es ihr gemeinsam mit TUM-Doktorand Rafael Hostettler und einem studentischen Team Roboy Eis verkaufen zu lassen. In naher Zukunft soll Roboy kochen und eine Rikscha autonom steuern.

Zukunftsvision

In ihre Heimat, die Ukraine, zurückzukehren, plant Alona Kharchenko derzeit nicht. „Mit dem Roboy-Projekt habe ich hier in München meinen Traumjob gefunden“, sagt sie. Demnächst möchte sie gemeinsam mit ihrem Team den von der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways ausgelobten Avatar X Prize samt achtstelligem Preisgeld gewinnen.

Alona Kharchenko lässt keine Gelegenheit aus, durch Vorträge und Präsentationen die Robotik mit ihren unendlichen Möglichkeiten in der öffentlichen Wahrnehmung positiv zu präsentieren und den Menschen, ob jung oder alt, die Angst vor den Maschinen zu nehmen. Beim den nächsten Women of TUM Talks 2019 berichtete sie von den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz, von gesellschaftlicher Verantwortung und dem nötigen Umdenken in der Gesellschaft hin zu breiterer Akzeptanz von Maschinen als zukünftigen Helfern im Alltag.