Professorin Ying Zhang

„Meine Promotionszeit an der TUM war unvergesslich“

Für ihre Promotion ging Ying Zhang von China in das ferne München. Ihre Erlebnisse im Rahmen dieses interkulturellen Austauschs haben sie so bereichert, dass sie mit anderen TUM Alumnae das Women of TUM-Netzwerk initiierte.

Dass sie für ihre Promotion nach Deutschland gehen würde, stand für Prof. Dr. Ying Zhang von Anfang an fest. Sie schloss 1986 das Bachelorstudium in Straßenbau und Verkehrsplanung und 1994 den Master in Stadt- und Verkehrsplanung an der Tongji-Universität in Shanghai ab, die als eine der renommiertesten Universitäten Chinas gilt.

„Deutsch als Fremdsprache zu lernen und sich nach dem Studium in Deutschland weiterzubilden ist eine Tradition an der Tongji-Universität“, erklärt Ying Zhang. Seit der Erstgründung im Jahr 1907 wird an der Universität und am 1998 gegründeten und dieser angegliederten Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) sehr viel Wert auf den Wissensaustausch beider Länder gelegt.

Ein sehr guter Ruf

Ying Zhang erfuhr von einem Großprojekt für nachhaltige städtische Verkehrsentwicklung an der TUM, einer der Partneruniversitäten des CDHK. „Das interessierte mich sehr und der entsprechende Lehrstuhl an der TUM genoss einen sehr guten Ruf im Fachgebiet“, sagt sie zu ihrer Entscheidung, für die Promotion ins ferne München zu gehen.

Meine Zeit an der TUM hat sehr zu meiner akademischen Entwicklung beigetragen.

„Meine Promotionszeit an der TUM ist unvergesslich für mich“, betont Ying Zhang. Am Lehrstuhl für Verkehrstechnik von TUM-Professor Dr. Fritz Busch hat sie sich von Anfang an sehr freundlich aufgenommen und von ihrem Doktorvater TUM-Professor Dr. Peter Kirchhoff gut betreut gefühlt. Ihre Forschungen zur Verkehrsplanung und zum Verkehrsmanagement im öffentlichen Personennahverkehr konnte sie hier wesentlich vorantreiben. „Meine Zeit an der TUM hat sehr zu meiner akademischen Entwicklung beigetragen“, sagt sie.

Aber auch der Aufenthalt in München ganz allgemein hat Ying Zhangs Selbstentfaltung gefördert. Begeistert berichtet sie von vier Jahren voller Erlebnisse, von deutschen Familienfeiern, Konzerten und Opern, der Schönheit der Alpen und der typisch deutschen Moral und Philosophie. „Ich finde, wer nicht über den Tellerrand zu schauen bereit ist, der halbiert den Sinn seines Auslandsaufenthaltes“, sagt sie in fließendem Deutsch. „Auch die Sprache formt das Denken.“

Eine Tradition ins Leben gerufen

Mit dem Doktortitel in der Tasche kehrte Ying Zhang 2003 in ihre Heimatsstadt Shanghai zurück, weil es „Zuhause doch am schönsten ist“. Als Professorin für Transport und Logistik forscht sie seither an der Tongji-Universität, um den aktuellen Herausforderungen in der Stadt- und Verkehrsentwicklung, etwa durch Bike Sharing Systeme, begegnen zu können. Anhaltend ist auch ihr Interesse an interkulturellem Austausch und an kultur- und nationenübergreifender Kommunikation und Vernetzung. Bei jeder Gelegenheit legt sie ihren Studierenden diesen Blick über den Tellerrand ans Herz, und auch sie selbst nutzt jede Gelegenheit dazu.

Bei einem TUM Alumni Expertenseminar in Singapur erarbeitete Ying Zhang mit den internationalen Teilnehmenden nicht nur gemeinschaftlich Lösungsansätze zu dringenden Fragen regenerativer Energien, Nachhaltigkeit und Umwelttechnik, sondern gleich noch zur Stärkung des internationalen Austauschs speziell zwischen Frauen.

Gemeinsam mit gleichgesinnten TUM Alumnae initiierte sie kurzerhand das Women of TUM Netzwerk, das seit 2009 Wissenschaftlerinnen, Alumnae und Studentinnen eine internationale Plattform für Austausch und gegenseitige Unterstützung in Wirtschaft und Wissenschaft bietet. „Wir wollen die Frauen der TUM-Familie besser kennenlernen und uns von ihren Karrieren und Fortschritten inspirieren lassen“, sagt sie. „Dank der regelmäßigen Veranstaltungen ist das Netzwerk seit seiner Gründung immer aktiver und stärker geworden.“