Mentoring-Tandem Andreas Talg und Ángela Párraga

„In der Zukunft lernt man virtuell“

Mit TUM Alumnus Andreas Talg feilte Mentee Ángela Párraga nicht nur an Karriereplanung und Lebenslauf. Gemeinsam mit dem Experten trieb sie auch das virtuelle Lernangebot eines internationalen Konzerns voran.

Andreas Talg und Ángela Párraga teilen eine gemeinsame Passion: Lernen. Acht Stunden pro Woche eignet sich Andreas Talg neues Wissen an, derzeit Programme für Künstliche Intelligenz und zwei neue Fremdsprachen. „Ich bin ein Learnaholic“, sagt er. Auch Ángela Párraga kann nicht aufhören, zu lernen. Deutsch steht gerade auf dem Stundenplan der gebürtigen Kolumbianerin, Italienisch oder Portugiesisch sollen folgen. Dafür nutzen die beiden gerne technologiebasierte, multimediale Lernumgebungen, von der App über interaktive Online-Tutorials bis hin zum Podcast.

Doch nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich sind die TUM Alumni Spezialisten im hochaktuellen Feld computergestützter Lehr- und Lernmethoden. „Mithilfe von Technologien wollen wir Bildung immer und überall zugänglich machen“, sagen sie. Im Rahmen ihrer Teilnahme am Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende trieben sie gemeinsam die digitalen Aus- und Fortbildungsangebote von Siemens voran.

Lernerlebnisse

Um sich das Physikstudium an der TUM zu finanzieren, unterrichtete Andreas Talg in den 1990er Jahren an der Siemens Technik Akademie München. „Seither hat mich das Lehren und Lernen nicht mehr losgelassen“, sagt er. Mittlerweile leitet er die globalen IT-Lernplattformen des Unternehmens. „Die Beschäftigung mit Technologien, die das Lernen für mein Unternehmen und meine Kollegen effizienter, effektiver und unterhaltsamer gestalten, steht im Mittelpunkt meiner täglichen Aktivitäten“, sagt er zu seinem Beruf. „Hier ist es mir möglich, an radikal neuen Ansätzen und intelligenten Lernstrategien auf Unternehmens-, Organisations- und Einzelebene mitzuwirken.“

Mithilfe von Technologien wollen wir Bildung immer und überall zugänglich machen.

Auch Ángela Párraga hatte ein regelrechtes Erweckungserlebnis in Sachen Lernen und Lehre. Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in Bogotá arbeitete sie für das dortige Colegio Fontán Capital, das weltweit führend bei innovativen Bildungsangeboten ist. Lehrer werden dort als Analysten bezeichnet, die ihren Schülern mithilfe einer Online-Plattform personalisierte Studienpläne anbieten. „Die Methode dieser Schule hatte die gewohnten Interaktionen zwischen Lehrern, Schülern und Technologie grundlegend verändert“, sagt sie. „Das brachte mich damals zu dem Gedanken, dass Bildung Technologie nicht nur nutzen, sondern integrieren muss.“

Die Mischung macht’s

Bei aller Begeisterung für die digitale Zukunft der Bildung sind sich Andreas Talg und Ángela Párraga darin einig, dass auch der analoge Bereich seinen berechtigten Platz in den zukünftigen Lern- und Lehrumgebungen weiterhin behaupten wird. Es komme auf die richtige Mischung aus digital Ermöglichtem und aus analog Erprobtem an. „In der Zukunft lernt man virtuell“, sagt Ángela Párraga. „Aber der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen“. Und so ergänzt Andreas Talg: „Man kann im virtuellen Raum wesentlich besser zusammenarbeiten, wenn man sich auch in der realen Welt begegnet ist.“

In der realen Welt kennen sich die beiden seit Mitte 2018. Ángela Párraga hatte sich für das TUM Mentoring von Alumni für Studierende beworben. Dass ihr Mentor dann Andreas Talg wurde, war ein absoluter Glücksgriff. Um die gemeinsame Zeit mit seiner Mentee effizienter nutzen zu können, holte dieser sie kurzerhand als Werkstudentin an den Global Learning Campus von Siemens. Die TUM unterstützte diesen Weg, hatte doch Ángela Párraga hierdurch die einzigartige Chance, ihr Studienwissen noch vor dem Masterabschluss anwendungsorientiert zu vertiefen und sich mit Experten auszutauschen und zu vernetzen.

Im Rahmen von TUM Mentoring, darin sind sich Andreas Talg und Ángela Párraga einig, ist der Lernerfolg auf beiden Seiten garantiert. „Mein Mentor Andreas Talg hat mich in meinem Fachgebiet vorangebracht, hat mir aber genauso bei der Erstellung meines Lebenslaufs und bei meiner Karriereplanung geholfen“, betont Ángela Párraga. „Ich kann nur alle Alumni dazu aufrufen, ihre Zeit zu spendieren“, sagt Andreas Talg. „Denn das ist eine gute Investition in unser aller Zukunft.“