Bundesliga-Trainer Manuel Baum

„Mein Leben bestimmen meine Familie und der Fußball“

Eigentlich ist TUM Alumnus Manuel Baum Sportlehrer. Seit Dezember 2016 aber macht er, wovon viele träumen: Als Cheftrainer eines Fußball-Bundesligisten fährt er jedes Wochenende Erfolge ein.

Schon immer hat Fußball im Leben von Manuel Baum eine große Rolle gespielt. Seine professionelle Karriere begann als Torhüter in Dingolfing in Niederbayern, mit 15 Jahren kam er zum TSV 1860. Er wohnte alleine in München bei einer Gastfamilie und besuchte nebenbei das Gymnasium. Schon mit 18 Jahren bekam er das erste Angebot als Spezialtrainer für Torhüter zu arbeiten. Dass ihm später einmal die ganz große Karriere als Bundesliga-Trainer bevorstehen wird, ahnt damals aber noch keiner.

Liebe zum Fußball

Sein Erkenntnis- und Wissensdrang führt ihn nach der Schule erst einmal an die TUM: „Die Frage des Warums im Training war für mich schon immer wichtig. Also nicht einfach nur Inhalte zu konsumieren, sondern zu verstehen, warum ich einen Lauf absolvieren oder Krafttraining machen muss.“ Er absolvierte ein Doppelstudium aus Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Ökonomie und Management auf der einen Seite und Sport und Wirtschaft für das Realschullehramt auf der anderen Seite. Hier lernte Manuel Baum auch seine heutige Frau kennen. Neben dem Studium war er weiter als Spieler aktiv – damals in der vierthöchsten Liga Bayerns – und trainierte außerdem den Nachwuchs bei 1860 München. „Das war schon ein knackiges Programm“, sagt Manuel Baum heute.

Ich gebe gerne etwas von dem zurück, was ich erfahren durfte.

Nach dem Studium und dem anschließenden Referendariat beginnt Manuel Baum eine Tätigkeit an einer Realschule in Taufkirchen. Aber nicht an irgendeiner Realschule, sondern einer Eliteschule des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), wo die Schüler regelmäßig Trainingszeiten bei ihrem Verein wahrnehmen und in Trainingslehre, Sportbiologie und Bewegungslehre unterrichtet werden. „Bei diesen Schülern braucht man eine besondere Ansprache“, meint Manuel Baum. „Man muss ihnen vermitteln, dass sie trotz ihres Traums Profi-Fußballer zu werden, auch eine gescheite Ausbildung brauchen.“

Neben seiner Arbeit als Lehrer trainierte Manuel Baum weiter die Drittligamannschaft in Unterhaching, später wurde er dann Cheftrainer des Augsburger Nachwuchsleistungszentrums. Im Dezember 2016 schließlich kam der entscheidende Anruf. Seither trainiert Manuel Baum sehr erfolgreich die Profimannschaft des FC Augsburg. Zu Beginn der Saison nach als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt, legte die Mannschaft den besten Bundesligastart ihrer Geschichte hin.

Verbeamtung oder Trainertätigkeit

Von seinem Beruf als Lehrer ist Manuel Baum momentan beurlaubt, um seiner Trainertätigkeit nachgehen zu können. Doch langfristig ist das keine Option. „Die schwerste Entscheidung, die auf mich zukommt, wird sein, ob ich meine Verbeamtung auf Lebenszeit aufgebe, um nur noch Trainer zu sein. Das ist richtig schwierig, vor allem, wenn man Familie hat“, sagt Manuel Bau, der mit seiner Frau zwei kleine Kinder hat. Trotz seiner vielen Verpflichtungen nimmt er sich immer mal wieder Zeit, um andere von seinen Erfahrungen profitieren zu lassen: „Ich versuche ein bisschen von dem zurückzugeben, was ich erfahren durfte, also beispielsweise in einem kleinen Vortrag einen Einblick in die Berufswelt zu geben. Aber mein Leben bestimmen im Augenblick meine Familie und der Fußball.“