Architektin Katrin Kredel

„Ich rette Gebäude und Menschen“

In ihrer Studienzeit hat TUM Alumna Katrin Kredel gelernt, wie wichtig fachliches Teamwork und menschliches Miteinander sind. Heute sind diese Kompetenzen für die selbstständige Beraterin und TUM-Mentorin das zentrale Erfolgsrezept.

Als Kind und Jugendliche war Katrin Kredel von Architektur, Kunst und Design umgeben – damals ohne zu wissen, wie sehr sie davon beeinflusst wurde. Ein Großteil ihres familiären Umfelds bestand aus Architekten, Bauleitern, Architekturjournalisten und Hochschullehrern. Als Schülerin verdiente sie in den Ferien beim Großvater mit dem Falten von Architekturplänen ihr Taschengeld. 1983 begann sie, an der TUM Architektur zu studieren. Sie hätte auch gerne Tiermedizin studiert, führte aber dann doch die familiäre Tradition fort. „Mein Onkel meinte, ich könne ja später auch Gebäude für Tiere entwerfen“, erzählt Katrin Kredel lachend.

Voneinander und miteinander lernen

Ihr Studium an der TUM hat Katrin Kredel in bester Erinnerung und für ihre Hochschullehrer ist sie voll des Lobes. Begeistert besuchte sie die Vorlesungen von TUM-Professor Dr. Norbert Huse in Kunst- und Baugeschichte, die voller waren als jede andere Vorlesung und ihr als „unvergleichlich“ in Erinnerung blieben. TUM-Professor und Alumnus Dr. Rudolf Wienands hat sie gelehrt, zu sehen, hinzusehen und zu analysieren. „Ich habe im Architekturstudium fürs Leben gelernt, und zwar Strukturieren und Planen“, sagt sie. Professor Dr. Otto Meitinger, Altpräsident der TUM, hat ihr vorgelebt, wie wichtig Begeisterungsfähigkeit, gute Zusammenarbeit und faires Teamwork sind. Sie belegte so viele der spannenden Fächer, dass diese nicht einmal alle auf ihr Zeugnis passten.

Ich helfe, Gedanken zu sortieren und zu strukturieren.

Im Team arbeitete Katrin Kredel immer gut und gerne. Mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen unternahm sie Exkursionen, führte zahlreiche Diskussionen und saß Nächte lang in den Zeichenräumen der TUM. Nicht selten zogen sie sich vor Prüfungen in jeweilige elterliche Ferienhäuser zurück, um gemeinsam hunderte Sakralgrundrisse zu lernen und statische Pläne zu zeichnen. „Es entstanden Freundschaften fürs Leben“, sagt sie dankbar. „Ich erinnere mich sehr gerne an diese Zeit zurück.“

Gemeinsam ans Ziel

Seit 1992 ist Katrin Kredel als selbstständige Beraterin und Projektmanagerin für große Sanierungsprojekte, Bauablauf und Bauorganisation tätig. Nicht nur fachlich, sondern vor allem emotional steht sie dabei den Planern und Bauleitern, Bauarbeitern und Mietern zur Seite, motiviert sie, begeistert sie und wird nicht müde, auf gutes Teamwork, menschliches Miteinander und gemeinsames Wollen als Erfolgsrezept zu pochen. „Ich rette Gebäude und Menschen“, sagt sie schmunzelnd. „Ich pflege niedergeschlagene Teammitglieder und treibe allzu gechillte Projektbeteiligte mit der Peitsche an. Jeder Tag ist spannend!“

Netzwerkknüpfen und Kontaktschmieden

Um Gleichgesinnte aus der Immobilienbrache zusammenzubringen, initiierte Katrin Kredel damals als Münchner Vorsitzende der „Frauen in der Immobilienwirtschaft“ eine monatliche Veranstaltung. Nach kurzer Zeit war die Mitgliederzahl des Vereins in München von 2 auf 64 angestiegen. 2004 rief sie das heute vielfach kopierte Format des Immoclubbing ins Leben, durch das sie mehrmals im Jahr hunderte Branchenmitglieder, vom Architekten über die Bausachverständige, vom Anwalt bis hin zur Fondsmanagerin, neu und besser vernetzt. „Es geht darum, sich kennen zu lernen, Ideen auszutauschen, Teams zu finden“, sagt Katrin Kredel zu ihren deutschlandweit erfolgreichen Events.

Seit 2013 begleitet Katrin Kredel als Mentorin im Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende vor allem internationale Studierende. „Ich lerne gerne Menschen kennen, ich mag es, ihre Geschichten zu erfahren“, erklärt sie. „Doch am Anfang war ich sehr unsicher, was die jungen Menschen erwarten, und ob ich irgendetwas für sie tun kann.“ Die anfängliche Unsicherheit verflog schnell, denn gefragt ist bei ihren jungen Mentees genau das, was Katrin Kredel so gut kann: Netzwerken und Kontakte knüpfen. Sie hat sich eine multikulturelle und internationale Mentee-Gruppe aufgebaut, die sie nun schon Jahre betreut. „Ich binde sie alle zusammen und helfe, Gedanken zu sortieren und zu strukturieren“, beschreibt sie ihre Strategie. „Damit helfe ich der Truppe, sich untereinander zu helfen.“