Ärztin in Ausbildung Jacqueline Lammert

„Mein Traum ist es, neue Präventionsmaßnahmen zu etablieren“

An der TUM entdeckte Doktorandin Jacqueline Lammert ihre Leidenschaft für die klinische Forschung. Mit ihrer Arbeit will sie einen wichtigen Beitrag leisten und die Brustkrebsforschung vorantreiben.

„Ich könnte mir keinen Beruf vorstellen, der mich mehr erfüllt.“ sagt Jacqueline Lammert. Die angehende Ärztin fand ihren Einstieg in die Medizin über die Psychologie. Nach dem Abitur im Alter von 16 Jahren absolvierte sie zunächst ein Bachelorstudium in dem Fach an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bereits ab dem zweiten Semester arbeitete sie als studentische Forschungsassistentin, eine Tätigkeit, bei der sie ihre Leidenschaft für Statistik und wissenschaftliche Fragestellungen entdeckte. „Als ich dann das erste Mal auf Patientinnen und Patienten traf und mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern konfrontiert wurde, war mein medizinischer Wissensdurst geweckt“, erzählt Jacqueline Lammert. Sie schrieb sich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg für Medizin ein, absolvierte dort die Vorklinikzeit und kam im Anschluss nach München an die TUM.

Freiheit und Praxisnähe an der TUM

Den Wechsel an die TUM hat sie bewusst vollzogen und nie bereut. Vor allem für die Flexibilität, die ihr hier während des Studiums geboten wurde, ist Jacqueline Lammert bis heute dankbar. Ihre vielen studienbegleitenden Forschungstätigkeiten und Auslandsaufenthalte wären ohne individualisierte Stundenpläne und Online-Vorlesungen nicht möglich gewesen.

Auch den praxisnahen Unterricht am Patientenbett sowie die Simulationskurse im Medical Training Center TUM hat Jacqueline Lammert in guter Erinnerung. Angeregt vom didaktischen Geschick der Professorin Bettina Kuschel, die an der TUM Geburtshilfe lehrt, absolvierte sie ihre Famulatur in der Frauenklinik des Universitätsklinikum rechts der Isar der TUM.

Eine starke Frau als Vorbild

An die spannende Zeit dort erinnerte sich Jacqueline Lammert, als sie sich 2016 auf die Suche nach einer Doktorandenstelle machte. Ihre Initiativbewerbung schickte sie dann direkt an die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde, Professorin Marion Kiechle.

Von Anfang an erwies sich die Promotionsstelle als Glückstreffer für Jacqueline Lammert, und Professorin Marion Kiechle als unterstützende und fordernde Mentorin. Sie lasse ihren Doktoranden große Freiheit in der Forschung und ermutige diese gleichzeitig, sich weiterzuentwickeln und wichtige Entwicklungsschritte zu gehen – beispielsweise bei Bewerbungen für Konferenzen und Forschungsaufenthalte, so Jacqueline Lammert. „Gleich meinen ersten Kongressvortrag hielt ich vor rund 1200 Leuten“, erinnert sie sich.

Überhaupt verdanke sie ihrer Doktormutter einiges. „Immer wenn ich dachte: ‚Das ist eine Nummer zu groß!‘ belehrte sie mich eines Besseren. Das hat mich sehr motiviert und meine wissenschaftliche Laufbahn entscheidend geprägt.“ Dass die Wertschätzung gegenseitig ist, zeigt sich auch in folgendem karriereentscheidenden Angebot: Ab Januar 2020 wird Jacqueline Lammert das Ärzteteam um Professorin Marion Kiechle als Assistenzärztin zur Weiterbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe unterstützen.

Kampf gegen Brustkrebs

Wissenschaftlich hat Jacqueline Lammert sich der Erforschung der BRCA1/2-Mutation verschrieben. Frauen, die davon betroffen sind, haben ein Risiko von etwa 70 Prozent, an Brustkrebs zu erkranken. Sich beide Brüste prophylaktisch abnehmen zu lassen, ist bisher die einzige Präventionsmaßnahme.

Dass in der Allgemeinbevölkerung rund ein Drittel aller Brustkrebsfälle durch einen gesunden und ausgewogenen Lebensstil vermeidbar wären, motiviert Jacqueline Lammert und befeuert ihre Forschung. Im Rahmen der Studie, an der sie am Klinikum rechts der Isar arbeitet, will sie herausfinden, ob ein gesunder Lebenswandel auch bei BRCA-Mutationsträgerinnen das Krankheitsrisiko senken und das Fortschreiten der Krankheit verhindern kann. Sie sagt: „Ich weiß, dass ich mit meiner Arbeit einen wichtigen Beitrag leisten kann. Mein großer Traum wäre es, neue Präventionsstrategien zu etablieren.“

Dieser Traum hat Jacqueline Lammert bereits um die halbe Welt geführt. Schon während des Studiums lernte sie im Rahmen von Forschungsprojekten verschiedene Kliniken innerhalb Deutschlands kennen. In Australien arbeitete sie in einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die eine Medikamenten-Studie ins Leben gerufen haben, welche den erhofften Durchbruch in der Brustkrebsprävention für BRCA1-Mutationsträgerinnen bringen soll. Auch im Dezember dieses Jahres wird sie unterwegs sein und ihre jüngsten Forschungserkenntnisse auf dem weltweit größten und bedeutendsten Brustkrebskongress in San Antonio in den USA vorstellen. Wenn Jacqueline Lammert von diesen Einsätzen berichtet, kommt sie ins Schwärmen: „Es ist ein tolles Gefühl, Teil der wissenschaftlichen Community zu sein und mit meiner Forschung einen Beitrag zu leisten, der über die rein wissenschaftliche Tätigkeit hinausgeht.“