IKOM-Gründer Barbara und Thomas Peither

„Wir waren eine vergnügte Truppe“

30 Jahre ist es jetzt her, dass eine mutige Gruppe engagierter Studierender das erste IKOM Karriereforum ins Leben rief. Die TUM Alumni Thomas Peither und seine heutige Frau Barbara waren dabei.

Die Initiative, ein Karriereforum zu organisieren, wurde durch eine Gruppe von Firmenvertretern angestoßen, die ein eigenes Konzept umsetzen wollte. Dies hatten sie schon in Aachen und Darmstadt mit Studierenden realisiert – denn ohne Studierende bekam man keinen Fuß in die Tür der Universität. „Wir wollten aber lieber unsere eigenen Regeln machen und insbesondere lokalen Unternehmen eine Chance geben“, erinnert sich Thomas Peither (Diplom Maschinenwesen 1990). „Es war 1988. Wir waren eine vergnügte Truppe von Studierenden der Fachschaft Maschinenbau, die dem Ende des Studiums zustrebten und Perspektiven suchten“. Viele davon kennen und treffen sich heute noch – seine Frau Barbara Peither, geb. Rothkopf (Diplom Maschinenwesen 1990), war auch bei der Organisation dabei.

26 Aussteller auf der ersten IKOM

Und so packten rund ein Dutzend Fachschaftler selbst an. Die Organisatoren von damals sind heute immer noch gut vernetzt, darunter Ursula Feulner, Brigitte Zipper, Hubert Aunkofer, Thorsten Schlicht, Markus Wächter, Peter Weber, Thomas Lang (alle Diplom Maschinenwesen) und Christian Jarosch (Diplom Architektur). Sie organisierten Räume und Messebauer, warben Firmen an, schrieben Rechnungen, kümmerten sich um die Werbung, gestalteten das heute noch wiederzuerkennende Logo und organisierten begleitende Vortragsreihen.

Titelblatt des grünen IKOM Messekatalogs mit gezeichnetem Porträt eines Unternehmers und dem ersten IKOM-Logo.

Das Titelblatt des Katalogs der ersten IKOM vom 5. Juli 1989 (Foto: Privat).

Mit 26 Ausstellern konnte Thomas Peither die erste IKOM 1989 eröffnen: „Ich hatte schon ein flaues Gefühl im Magen, als ich die Eröffnungsworte sprechen sollte.“ Die Veranstaltung im Foyer und ersten Stock des Nordbaus an der Theresienstraße, wo die IKOM damals stattfand, war sofort ein voller Erfolg. Der Blick in die Praxis war interessant und zog Hunderte von Studierenden an. „Ich war vor allem davon begeistert, welche Energie und Phantasie die Idee dieses Karriereforums bei allen freigesetzt hat“, sagt Mit-Initiatorin und TUM Alumna Brigitte Zipper. „Wir haben mit viel Einsatz, einigen persönlichen Kontakten und viel Fleiß eine super Messe auf die Beine gestellt. Das hat mich persönlich sehr stolz und glücklich gemacht.“

Vielfältige Erfahrungen an der TUM

Was würde Thomas Peither den Studierenden von heute mitgeben? „Sich selbst nicht so ernst nehmen. Berufliche und private Zufriedenheit ist nur in einem entsprechenden Umfeld möglich. Wer dankbar für dieses Umfeld ist und anderen dabei hilft sich zu entwickeln, wird sich über seine Zukunft seltener Gedanken machen müssen. Ich bin dankbar, dass ich an der TUM vielfältige Erfahrungen außerhalb des Lehrbetriebs sammeln durfte. Diese haben mein Leben wahrscheinlich ähnlich beeinflusst wie viele Vorlesungen.“ Nach ihrem Studium haben Barbara und Thomas Peither in verschiedenen Industrieunternehmen gearbeitet, bevor sie 1999 gemeinsam einen Verlag gründeten, der heute das Standard-Nachschlagewerk der Pharmaindustrie veröffentlicht.

Die IKOM übrigens ist nach den ersten vielversprechenden Anfängen mit dem Ehepaar Peither und den anderen Gründern eine richtige Erfolgsgeschichte geworden. Heute ist sie mit rund 100 (ehrenamtlichen!) TUM-Studierenden Münchens größte studentische Initiative und organisiert mit jährlich über 300 Unternehmen und rund 15.000 Besuchern das größte studentische Karriereforum Deutschlands. Ihr Ziel ist es wie von Beginn an immer noch, den Kontakt zwischen Studierenden, Alumni und Unternehmen zu fördern.

Neben der großen IKOM, die jeden Juni im Gebäude der Fakultät Maschinenwesen am Campus Garching stattfindet, werden auch kleinere Karriereforen für Jobs aus den Bereichen Bau, Consulting und Life Sciences durchgeführt. Seit letztem Jahr vergeben die Studierenden außerdem den IKOM Award an Unternehmen, welche sich durch gelebte unternehmerische Verantwortung als Zukunftsarbeitgeber auszeichnen. Einer der ersten Preisträger war 2018 ein TUM Alumnus: Andreas Duschl (Diplom Elektrotechnik und Informationstechnik 2001) mit seinem Familienunternehmen.