Universitätsstifter Hanns W. Weidinger

„Die Universität hat mein ganzes Leben gefügt“

Das Studium an der TUM legte den Grundstein für seinen Erfolg als Unternehmer. Hier lernte Hanns W. Weidinger auch seine spätere Frau kennen. Heute unterstützt er als Gründungsstifter der TUM Universitätsstiftung Projekte im Bereich Elektrotechnik.

Bereits der Vater von Hanns W. Weidinger studierte an der TUM und promovierte mit aerodynamischen Messungen, die erstmals am fliegenden Flugzeug vorgenommen wurden. Mit Willy Messerschmidt, dem berühmten Flugzeugkonstrukteur, der zur gleichen Zeit Assistent war, verband ihn Freundschaft bis ins Alter. So war es nicht verwunderlich, dass sich 1957 auch sein Sohn Hanns W. Weidinger für ein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule München einschrieb.

Eine hervorragende Ausbildung

„Die Universität hat eigentlich mein ganzes Leben gefügt“, erinnert sich Weidinger heute. Er nahm auch über das Studium hinaus engagiert am Universitätsleben teil. Bei der damaligen Marionettenbühne der Hochschule, der „Spieldose“, war er als Beleuchter tätig und fertigte ein neues Stellpult. Seine Frau Barbara lernte er an der TUM kennen – und machte ihr einen Heiratsantrag im Hörsaal 1100. Zudem sagt Hanns W. Weidinger: „Ich habe an der TUM eine hervorragende Ausbildung erfahren; eine entscheidende Grundlage dafür, meinen Beruf erfolgreich auszuüben.“

Nach seiner Diplomarbeit bei Professor Hans Prinz und den ersten Berufserfahrungen bei Bosch in Stuttgart stieg der junge Elektroingenieur in das Unternehmen seines Vaters ein, einer Handelsvertretung für Elektrotechnik in München. Als Geschäftsführer wandelte er das Unternehmen zur Weidinger GmbH um, die sich unter seiner Führung zum wichtigsten deutschen Anbieter im Sektor Löttechnik entwickelte. Internationale Expansion strebte der Unternehmer nie an: „Ich war immer der Meinung, dass der deutsche Markt ausreicht, um genügend Beschäftigung zu finden.“ 2006 verkaufte er die Firma. „Bis zum Alter von 69 arbeitete ich heftig, dann sagte ich mir „das reicht“, und konnte endlich frei entscheiden, was ich unternehme.“

TUM Alumnus Hanns W. Weidinger und seine Nichte Katrin Lehr.

Hanns W. Weidinger war mit seiner Nichte Katrin Lehr zu Gast in der Münchner Residenz auf dem großen Festakt der TUM zum 150-jährigen Jubiläum (Foto: Astrid Eckert/TUM).

Seither ist Hanns Weidinger als Mäzen tätig: „Meine Frau Barbara und ich hatten sehr ähnliche Vorstellungen und führten 44 Jahre bis zu ihrem Tod eine wirklich gute Ehe. Leider haben wir keine eigenen Kinder“, berichtet Hanns W. Weidinger. Daher überlegte sich das Paar, was mit ihrem Vermögen geschehen sollte. 2009 gründete er im Andenken an seine verstorbene Ehefrau die Musikstiftung Barbara Weidinger, die Gewaltprävention durch Musik bei Kindern und Jugendlichen inzwischen sehr erfolgreich unterstützt.

Zum Ehrensenator ernannt

Im Jahr darauf richtete der Alumnus als Gründungsstifter der TUM Universitätsstiftung den Hanns W. Weidinger-Fonds ein, der Projekte in Bereich Elektrotechnik unterstützt. „Zu Lebzeiten bestimme ich mit, was gefördert wird, später ist die Verwendung natürlich frei.“ Der Unternehmer ist überzeugt, dass sein Erbe auf diese Weise „optimalen Nutzen“ bringen wird. „Ich kann mich darauf verlassen, dass mit dem, was übrig bleibt, etwas Vernünftiges passiert.“ Für sein Engagement wurde Hanns W. Weidinger 2012 von TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann zum Ehrensenator ernannt.