Chemiker Fun Man Fung

„Lernen muss Spaß machen“

An der TUM Asia absolvierte Fun Man Fung seinen Master in Industrial Chemistry. Er war begeistert von den passionierten Professoren aus aller Welt. Heute unterrichtet er selbst an der Uni und macht mit technologiegestützten Methoden die Lehre zukunftsfähig.

Fun Man Fung ist bemerkenswert ehrgeizig und leistungsorientiert. Seine Devise ist lebenslanges Lernen, sein Lebenslauf zeigt das. Kein Wunder, dass er das Lernen mit seinen Methoden noch effizienter machen will. Ausschlaggebend ist für ihn hierbei die richtige Art der Vermittlung und Motivation durch die Lehrenden. Schon als Kind wurde er selbst von seiner Mutter spielerisch dazu motiviert, kleine Probleme des Alltags zu lösen und dabei wie ein Wissenschaftler zu denken. Seine Lehrer an High School und College erkannten und förderten frühzeitig seine Faszination für Chemie und ermutigten ihn, im Studium in diese Richtung zu gehen.

Eine einzigartige Chance

Nachdem er für seine Schulausbildung acht aufeinanderfolgende Jahre durch das Bildungsministerium von Singapur gefördert wurde, schrieb sich Fun Man Fung für das Chemiestudium an der National University of Singapore (NUS) ein. 2010 schloss er mit einer Gold Medal for Outstanding Achievements seinen Bachelor ab. Auch im Masterstudium strebte er den größtmöglichen Erfolg an. Er entschloss sich für ein Studium an der TUM Asia in Singapur, seit 2002 die erste Dependance einer deutschen Universität im Ausland. Hier bietet die TUM ein auf Karrieren in der Industrie zugeschnittenes Studium und entwickelt Lösungen für die Mobilität der Zukunft. „Die TUM Asia bietet die Chance, von den besten Professoren Deutschlands und Singapurs zu lernen“, sagt Fun Man Fung. „Diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen.“

Fun Man Fungs hohe Erwartungen haben sich voll und ganz bestätigt. Noch heute erinnert er sich an die vielen hochkarätigen Professoren und an das, was er hier lernen konnte: von der spannend erzählten Chemiegeschichte durch Professor Fritz Kühn über den Marketingunterricht von Professor Volker Warzelhan bis hin zu den Lektionen über Mitarbeiterführung von TUM-Präsident und Chemieprofessor Wolfgang A. Herrmann höchstpersönlich. „Von ihnen habe ich gelernt, kritisch zu denken, schwierige Entscheidungen richtig zu treffen und freundlich zu sein“, schwärmt Fun Man Fung. „Die Vielfalt der Professoren war der absolute Höhepunkt im Programm.“

Die TUM Asia bietet die Chance, von den besten Professoren Deutschlands und Singapurs zu lernen.

2012 schloss Fun Man Fung seinen Master in Industrial Chemistry an der TUM Asia ab und forscht und lehrt seither an der National University of Singapore. Auch dort hat für ihn gezieltes Üben und effizientes Lernen oberste Priorität. Fung Man Fung lehrt nicht nur Chemie, sondern ist vor allem daran interessiert, wie er noch besser Chemie lehren kann und wie die Studierenden das Fach noch lieber lernen wollen und noch besser lernen können.

Lernen besser zu lernen

Lernen muss Spaß machen. Aus diesem Grund entwickelt er als Fun Man – so sein Vorname und gleichzeitig Englisch für „Spaß-Mann“ – gamifizierte Lehrmethoden. Gezielt setzt Fun Man Fung neueste Technologien und Medien ein, um die Lernmotivation seiner Studierenden zu steigern und deren Lernkurve gleichzeitig abbilden und auswerten zu können. Seinen Unterrichtsstoff präsentiert er in multimedialen Videos. Über Techniken der Virtuellen und erweiterten Realität spricht er alle Sinnesmodalitäten seiner Studierenden an. Chemische Formeln schreibt er auf ein so genanntes Lightboard, eine transparente Tafel, die aus Schülerperspektive nicht durch den Rücken des Lehrenden verdeckt wird, sondern durch die dieser gleichzeitig von vorne, und damit in seiner Gestik und Mimik gesehen und in seiner Blickrichtung nachvollzogen werden kann.

Die Zukunft des Lernens

Es ist Fun Man Fungs Ziel, die Neugier seiner Studierenden zu fördern, um sie so emotional zu involvieren und damit zu aktivem Lernen zu bewegen. Durch die technisch möglich gemachten Lernanalysen kann er gleichzeitig nachvollziehen, welche Arten von Lernerfahrungen besonders nachhaltig sind, welche seiner Lehrmethoden also besser als andere funktionieren. Das Wichtigste für die Zukunft ist für Fun Man Fung, dass sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden sich der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens bewusst werden. „Wir müssen immer aufgeschlossen für Neues sein“, sagt er. „In ein paar Jahren werden Hologramme lehren und Studierende in virtuellen Laboren lernen.“