Universitätsstifter Gabriele und Robert Hertle

„Wir planen, bauen und gestalten für Generationen“

Als angehende Ingenieure haben sich Gabriele und Robert Hertle im Studium an der TUM kennengelernt. Heute sind sie viele Jahre verheiratet und ergänzen sich perfekt – nicht nur bei der Tätigkeit im eigenen Bauingenieurbüro.

Gabriele und Robert Hertle verbindet der Spaß daran, für knifflige Situationen intelligente Lösungen zu finden. Sie lernten sich während des Studiums des Bauingenieurwesens an der TUM kennen. „In meiner Familie waren schon immer Bauingenieure, daher war es bei mir naheliegend, dass ich mich auch für dieses Fach entscheide“, sagt Robert Hertle. Komplett anders war es bei seiner Frau: „Ich bin die erste in unserer Familie, die studiert hat. Mein Vater war Maurer und hat mich und meine Brüder früh auf Baustellen mitgenommen.“

Vielschichtig und praktisch

Beiden gefiel schon im Studium, dass der Beruf so vielschichtig und praktisch ist. „Man verliert sich nicht in irgendwelchen theoretischen Gedankengängen, sondern es geht darum, wie man dieses oder jenes Problem löst“, sagt Gabriele Hertle. Für ihren Mann war das Prägendste die Haltung, die ihm die Professoren an der TUM vermittelten: „Dass wir jedes Problem, das auf uns zukommt, lösen können, wenn wir nur ausreichend darüber nachdenken.“ Er schloss nach seinem Studium noch die Promotion an und machte sich direkt danach mit dem eigenen Bauingenieurbüro selbstständig.

Für uns ist es wichtig, dass es unserer Universität gut geht.

Währenddessen war Gabriele Hertle bei AEG für die Lastenannahmen für den Fahrweg von Magnetschwebebahnen zuständig. Ein Beruf, in den sie auch nach der Geburt ihres ältesten Sohnes zurückkehrte. „Mein Wissen war sehr wichtig für die Firma. Deshalb war es für mich möglich, von zu Hause aus zu arbeiten, als unser Sohn geboren war“, erzählt sie. Wenn große Besprechungen anstanden, habe sie ihren Sohn einfach mitgenommen. Als später der Standort der Firma von Starnberg nach Braunschweig verlegt wurde, kündigte Gabriele Hertle. Nach der Geburt des zweiten Kindes arbeitete sie stundenweise im Ingenieurbüro ihres Manns mit und stockte nach und nach wieder Stunden auf.

Hohe gesellschaftliche Verantwortung

Bis heute ergänzen sich beide bei der gemeinsamen Arbeit in idealer Weise. „Mein Mann hat gerne den Kopf frei von allen anderen Dingen, wenn er an wichtigen Projekten arbeitet“, so Gabriele Hertle. Sie dagegen ist ein Organisationstalent und hat noch dazu das technische Wissen im Hintergrund. Beide spüren zugleich eine hohe gesellschaftliche Verantwortung: „Wir machen Prototypen und keine Serien. Wir bekommen keine wirkliche Entwicklungszeit, müssen aber eine Prognose abgeben, dass das Gebäude, die Brücke, der Turm, was immer wir bauen, für die nächsten 100 Jahre stabil ist und nützlich für die Gesellschaft ist“, so Robert Hertle. In seinen Vorlesungen als Professor an der TUM versucht er die nächste Generation von Bauingenieuren auf diese Aufgabe vorzubereiten.

Zusätzlich übernehmen Gabriele und Robert Hertle als Universitätsstifter gesellschaftliche Verantwortung. 100.000 Euro haben Sie in den Kapitalstock der TUM Universitätsstiftung gespendet, die das Ziel hat, exzellente Studierende und Nachwuchswissenschaftler zu fördern. „Für uns ist es wichtig, dass es unserer Universität gut geht. Da, wo wir heute stehen, stehen wir aufgrund unserer Ausbildung“, sagt Gabriele Hertle. Und Robert Hertle ergänzt: „Wenn es möglich ist, durch eine private, von der Politik unabhängige Finanzierung eine gewisse Stabilität zu erzeugen, dann ist das gut und erstrebenswert. Man kann den politischen Geldgebern selbstbewusst gegenüber treten und sagen: Dann machen wir es eben selbst. Das steht einer Universität mit der Klasse, wie sie die TUM hat, einfach zu.“