TUM Emeritus of Excellence Georg Färber

„Die Hürden waren ziemlich hoch“

Erfolgreicher Unternehmer und zugleich weltweit angesehener Wissenschaftler: Georg Färber meisterte erfolgreich diesen Spagat. Auch heute noch ist er als TUM Emeritus of Excellence geschätzter Ratgeber seiner Alma Mater.

Für TUM Alumnus Georg Färber gab es nie einen Widerspruch zwischen seinen beiden Tätigkeiten als erfolgreicher Unternehmer und weltweit geachteter Wissenschaftler. Trotzdem war es nicht immer einfach, beides zu verbinden. „1967 nach meiner Promotion waren die Hürden für eine Unternehmensgründung noch ziemlich hoch“, erzählt er. „Es galt im Gegensatz zu heute fast als unfein, sich damit die Finger schmutzig zu machen. Und es war schwierig, so etwas wie ein Startkapital zu erhalten.“ Doch Georg Färber ließ sich nicht abschrecken: Zusammen mit seinem Bruder gründete er ein Computerunternehmen, die Firma konnte auf 350 Mitarbeiter ausgebaut werden und ist heute noch – nach 50 Jahren im Markt – erfolgreich tätig.

Tolle Persönlichkeiten

Schon mit zwölf Jahren befasste sich der passionierte Radiobastler Georg Färber mit elektronischen Schaltungen – „damals noch auf Röhrenbasis“.  Da lag es nahe, für das Elektrotechnik-Studium an die damals noch Technische Hochschule München zu kommen. Nach erfolgreichem Studium und einem sehr guten Diplom nahm Georg Färber eine Mitarbeiterstelle  im Bereich Kybernetik an der TUM an. „Ich erinnere mich sehr gerne an diese Zeit zurück. Ich lernte tolle Persönlichkeiten kennen wie zum Beispiel den späteren Medizin-Nobelpreisträger Bert Sakmann oder die Professoren Heisenberg und von Weizsäcker.“

Nach der Promotion stand für Georg Färber dann erst einmal die Unternehmensgründung auf dem Programm. Durch Lehraufträge blieb er der TUM aber weiterhin eng verbunden und wurde 1973 als Professor für Realzeit-Computersysteme an seine Alma Mater berufen. Mit seinen Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Prozessrechner und der Realzeit-Computersysteme, der autonomen Roboter sowie der kognitiven Fahrzeuge erzielte er weltweit beachtete Ergebnisse. Zudem war an der Universität sein Unternehmergeist gefragt: „Wenn man einen großen Lehrstuhl betreut, ist man auch eine Art Unternehmer, besonders wenn damit lehrstuhl- und fakultätsübergreifende Projekte verbunden sind“, so Georg Färber.

Georg Färber, Präsident Wolfgang A. Herrmann und Vizepräsidentin Ana Santos Kühn bei der Urkundenübergabe.

Georg Färber erhält von Präsident Wolfgang A. Herrmann und Vizepräsidentin Dr. Ana Santos Kühn im Dezember 2017 seine Goldene Promotionsurkunde (Foto: Justa).

Auf beiden Seiten befruchtend

Ab 1988 war Georg Färbers Expertise in der Wirtschaft gefragt. Er ließ sich von seinem Posten an der TUM beurlauben und wurde technischer Geschäftsführer der Firma Mannesmann Kienzle mit rund 10.000 Mitarbeitern. „Auch dieses Engagement wurde durchaus zwiespältig gesehen“, gibt Georg Färber zu. „Aber ich glaube, dass ein solcher Wechsel zwischen Universität und Wirtschaft auf beiden Seiten befruchtend wirkt.“

Seit seiner Pensionierung trägt Georg Färber den Titel TUM Emeritus of Excellence mit dem die Universität besonders engagierte Professorinnen und Professoren im Ruhestand auszeichnet. Er bringt seine Erfahrungen nach wie vor an der TUM ein und betätigt sich zum Beispiel als Berichterstatter in Berufungsverfahren oder als Board-Mitglied in großen Forschungsprojekten. „So kann ich einen guten Kontakt mit dem Geschehen an der TUM halten, und genieße es beispielsweise, zu Veranstaltungen des 150. Jubiläums eingeladen zu werden.“ In seiner Familie studiert bereits die übernächste Generation an der TUM. „Nach meinen drei Söhnen, die alle Alumni der TUM sind, wird 2018 unsere älteste Enkelin ihr Bachelorstudium in Bauingenieurwesen abschließen, und ich wünsche mir, dass auch die nächsten Enkel in Kürze soweit sind.“