Stifterin Susmita Sinha

„Im Gedenken an meinen Vater“

Ihr Studienjahr in München war für die Inderin Susmita Sinha prägend. Ihr Vater, selbst Ingenieur, hat sie immer inspiriert und zu diesem Schritt ermutigt. Heute finanziert sie aus Dankbarkeit ein Stipendium für eine junge indische Studentin.

Eine hochkarätige Ausbildung ist Susmita Sinha nicht genug, sie will auch andere Kulturen kennen lernen. Als Master-Studentin an einer indischen Elite-Universität – die Auswahlprüfungen hier zählen zu den härtesten der Welt – beschließt sie für ein Austauschsemester an die TUM nach Deutschland zu gehen. Ihr Vater Birendra Kumar Sinha, Elektrotechniker in Indien, ermutigt sie zu diesem Schritt. „Mein Vater war überzeugt davon, dass Ingenieure einen zentralen Einfluss darauf haben, wie fortschrittlich und innovativ ein Land sich entwickelt“, so Susmita. Er gibt ihr den Mut zu Neugier und Offenheit, beides wichtige Eigenschaften für jeden guten Ingenieur. Die fundierte Ausbildung seiner Familie ist für Susmitas Vater sehr wichtig, und Welterfahrung gehört da ganz selbstverständlich mit dazu.

Mit einem DAAD-Stipendium kommt Susmita schließlich im Winter 2012 nach München, wo sie Bauingenieurwesen studiert. „Meine Zeit an der TUM hat mein Leben verändert“, sagt Susmita heute. Eine ganze Welt voller Erinnerungen und Erlebnisse hat sie mit nach Hause gebracht: An die vielen Stunden konzentrierten Lernens in der Bibliothek denkt sie genauso gerne zurück wie an die herausfordernden Projekte mit Industrieunternehmen, die wunderbare Landschaft in und um München und die Freundschaften mit Studierenden aus der ganzen Welt.

Als Zeichen der Dankbarkeit

Heute lebt Susmita Sinha in Gurgaon, einer Satellitenstadt der Millionen-Metropole Delhi. Sie ist verheiratet und arbeitet nach mehreren beruflichen Stationen bei renommierten indischen Bauunternehmen nun bei einem Immobilien-Start-up. Dabei profitiert sie immer noch von den bereichernden Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthalts in Deutschland gemacht hat. Als ihr Vater im Jahr 2016 stirbt, steht für sie daher sofort fest: Im Gedenken an ihren Vater, der ihr in allem ein großes Vorbild gewesen war, und als Zeichen der Dankbarkeit will sie ein Stipendium stiften.

Mit dem Stipendium kann ich mich jetzt ein Jahr lang voll und ganz dem Lernen widmen.

Mit ihrer Förderung finanziert sie nun ein Jahr lang ein Deutschlandstipendium für Rubi Debnath, eine junge indische Studentin, die – so wie sie selbst damals – heute an der TUM ist. Rubi Debnath stammt aus Assam im Nordosten Indiens und studiert seit September 2017 im Master Communications Engineering. „Durch Susmita wird mein Leben hier so viel einfacher“, sagt Rubi. „Ich lerne an der TUM wahnsinnig viel und so effizient – das ist wirklich überwältigend. Das Studium ist aber auch sehr herausfordernd. Mit dem Stipendium kann ich mich jetzt ein Jahr lang voll und ganz dem Lernen widmen.“

Eine ganz besondere Geschichte

Rubi Debnath aus Indien.

Rubi Debnath aus Indien studiert an der TUM im Master Communications Engineering und kann dank Susmita Sinha jetzt von einem Deutschlandstipendium profitieren (Foto: Astrid Eckert/TUM).

Susmita und Rubi haben zugleich auch Geschichte geschrieben. „Es ist das allererste Deutschlandstipendium, das an der TUM von einer internationalen Absolventin gestiftet wird“, sagt Jürgen Gradl, der die Stipendienvergabe koordiniert. Derzeit werden an der TUM über 600 begabte und engagierte Studierende mit einem Deutschlandstipendium unterstützt, bislang kommen die Förderinnen und Förderer allein aus Deutschland. Die Zahl internationaler Spender könnte in Zukunft jedoch steigen. Denn mittlerweile sind 26 Prozent der Studierenden und 18 Prozent der Alumni der TUM aus dem Ausland. TUM Alumni leben in 139 Ländern der Erde und sind Teil der weltweiten TUM Familie, die sich gegenseitig unterstützt – ein Leben lang.

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