Gründer Ping Lu, Dominik Guber und Wolfgang Westermeier

„Wir wollten das Heimbrauen revolutionieren“

Weil ihnen das Bier im Supermarkt nicht schmeckte, brauten sich drei TUM Alumni kurzerhand ihr eigenes Bier. Aus dem Hobby wurde ein Start-up mit Millionenumsatz, das heute Kunden in Deutschland, Asien und den USA das Heimbrauen ermöglicht.

Schon vor und während des Studiums haben Ping Lu, Dominik Guber und Wolfgang Westermeier gearbeitet, ob an Lehrstühlen, in Konzernen oder Start-ups. Antrieb für diese Entscheidung war das Bestreben der drei jungen TUM Alumni, ihr theoretisches Wissen immer auch gleich anwenden zu können. Das Manage & More Stipendium der UnternehmerTUM erschien den Studenten unabhängig voneinander als genau das passende Programm hierfür. „Wir wollten interdisziplinär mit Gleichgesinnten an spannenden Projekten arbeiten und uns selbst unternehmerisch in einem geschützten Bereich ausprobieren“, so erinnert sich Ping Lu.

Die drei Studenten ergatterten Plätze im drei-semestrigen Programm und lernten sich dort kennen. In ihrer Freizeit trafen sie sich regelmäßig bei einem Feierabendbier, um sich über ihre Ideen und Projekte auszutauschen. Dass sie hierbei immer nur auf ein relativ begrenztes geschmackliches Repertoire bei den angebotenen Bieren zurückgreifen konnten, brachte die drei Bierliebhaber auf die Idee, ihr eigenes Bier zu brauen. Die Begeisterung für den eigenen Fachbereich, die Wolfgang Westermeier im Studium bei vielen Professoren und Tutoren spüren konnte, fand er immer sehr inspirierend. „Das war natürlich Ansporn, für einen selbst etwas zu finden, wovon man ähnlich begeistert ist. Bei uns war es das Vorhaben, das Heimbrauen zu revolutionieren.“

Vom Hobby zum Start-up

Aus der Idee wurde ein Hobby, durch das sich die WG-Küche in kürzester Zeit in ein Braulabor verwandelte. Unzählige Rezepte und aufwändige Braumethoden wurden getestet und schließlich verworfen. Das junge Team hatte sich zum Ziel gesetzt, nicht nur die Biervielfalt spielerisch zu erhöhen, sondern das Heimbrauen selbst wesentlich zu vereinfachen. „Wir begannen, den Brauprozess für zuhause komplett neu zu erfinden“, so erinnert sich Ping Lu. Einfach, schnell und unkompliziert sollte er werden.

Nach sechs Monaten Tüfteln, Rechnen und Experimentieren, konnte das junge Team das erste Bier nach dem neuen Konzept – direkt im Fass und nur innerhalb einer Woche – brauen. Das komplizierte Reinigen und Umfüllen der herkömmlichen Bierbrausets wurde dadurch vermieden. Mithilfe zweier Diplom-Braumeister der TUM wurde schließlich noch am Geschmack gefeilt. Die unterschiedlichsten Hefen, Hopfen und Malze wurden getestet und immer neue Rezepturen und Biersorten mit natürlichen Aromen von amerikanischem Eichenholz über Grapefruit, Mango und Passionsfrucht bis hin zu Honig und Zitrone individualisiert.

Die gesamte Infrastruktur der TUM hat uns die Gründung spürbar erleichtert – und vielleicht am Ende sogar überhaupt erst ermöglicht.

Rasch stieg die Nachfrage nach dem Bierbrauset an, so dass sich die drei TUM Alumni eineinhalb Jahre nach der ersten Idee und noch während des Studiums dazu entschieden, aus ihrem Konzept ein Unternehmen zu machen. Tagsüber gingen sie in die Universität und in Nacht- und Wochenendschichten trieben sie die Gründung mit eigenem Firmensitz, Webseite und Online-Shop voran. „Das war schon ein Spagat“, erinnert sich Dominik Guber. „Interessant war allerdings auch, dass jeder von uns die Erfahrung gemacht hat, dass man durch die vielfältigen Themen während einer Gründung viele Eigenschaften entwickelt, um Wissen schnell aufzusaugen, die richtigen Fragen zu stellen und schnell Schlüsse zu ziehen. Diese Eigenschaften helfen dann natürlich auch wiederum im Studium.“

TUM-Angebote als Schlüssel zum Erfolg

Die drei jungen Gründer sind sich einig, dass ihnen das Manage & More Programm bei der Entwicklung der Idee und bei der Gründung enorm geholfen hat. „In den Workshops und in der Gründungsberatung haben wir das unternehmerische Handwerkzeug vermittelt bekommen, auf Veranstaltungen konnten wir unsere Prototypen vorstellen“, so Wolfgang Westermeier rückblickend. „Auch konnten wir durch das Programm ein breites Netzwerk und Kontakte zu Business Angels aufbauen.“ Aber auch außerhalb des Gründungszentrums gibt es genug Experten an der TUM, die Gründern weiterhelfen. „Uns unterstützte zum Beispiel das Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität mit technischen Ratschlägen“, so Ping Lu. „Die gesamte Infrastruktur der TUM hat uns die Gründung spürbar erleichtert – und vielleicht am Ende sogar überhaupt erst ermöglicht.“

Für ihre Unterstützung wollen die drei Gründer ihrer Alma Mater etwas zurückgegeben und gleichzeitig junge Studierende und Gründer motivieren. Regelmäßig geben sie an den Veranstaltungen der TUM ihr Wissen an die junge Generation weiter, berichten von ihrer Unternehmensgeschichte, der Förderung durch das Gründerzentrum und der Vereinbarkeit von Studium und Gründung. Den jungen Studierenden und Gründern geben die drei Jungunternehmer heute das mit auf den Weg, was ihnen selbst zum Erfolg verholfen hat. Sie spornen sie zu Neugierde, Mut, zum Ausprobieren und vor allem zum Spaß dabei an. „Wenn man dann etwas gefunden hat, das Spaß macht und begeistert“, so Dominik Guber: „Vollgas!“