Maschinenbauingenieur Claus von Heydebreck

„Kontinuierliches Lernen wird immer gefragt sein“

Nach dem Studium an der TUM war Claus von Heydebreck in mehreren internationalen Großkonzernen erfolgreich tätig. Welche Schlüsselkompetenzen hierfür nötig waren, vermittelt der Topmanager heute von Brasilien aus seinen TUM-Mentees.

Schon während seiner Schulzeit in Brasilien war Claus von Heydebreck an Technik und Mathematik interessiert. Doch als es um die Wahl des Studienfaches ging, war er sich zunächst unschlüssig. Sollte es, wie bei seinem älteren Bruder, einem begabten Maschinenbaustudenten, eine technische oder doch eine wirtschaftswissenschaftliche Ausrichtung sein? Er besuchte den Bruder in München und lernte durch ihn die TUM kennen. „Meine Zweifel waren danach verflogen und ich wusste, dass auch ich an der TUM, einer Uni mit einem so guten Ruf und in einer tollen Stadt wie München, Maschinenbau studieren will“, blickt Claus von Heydebreck heute zurück.

Lernen fürs Leben

Im Wintersemester 1991 begann Claus von Heydebreck sein Studium an der TUM und war überrascht, wie schnell er sich – so jung und unerfahren und als gebürtiger Brasilianer – dort einlebte. Trotz des hohen Lernpensums hat er seine Studienzeit sehr genossen, die in mehrfacher Hinsicht lehrreich war. An der TUM hat er nicht nur eine hervorragende technische Ausbildung erhalten, sondern im wahrsten Sinne des Wortes fürs Leben und seine berufliche Karriere gelernt. „Es gab damals kaum Pflichtveranstaltungen und man musste selbst entscheiden, ob und wann man eine Vorlesung besuchte“, erinnert sich Claus von Heydebreck. „Wollte man beispielsweise die zu schwierigen Zeiten, ganz früh am Morgen oder Freitags ganz spät, angesetzten Vorlesungen von BMW-Vorstand Joachim Milberg nicht verpassen, musste man lernen, Prioritäten zu setzen und eigenverantwortlich zu handeln. Diese Erfahrungen haben mir beim Eintritt ins Geschäftsleben sehr geholfen.“

Die Schlüsselkompetenzen, die ich an der TUM gelernt habe, haben mir beim Eintritt ins Geschäftsleben sehr geholfen.

Unmittelbar nachdem Claus von Heydebreck 1997 seinen Diplomingenieur in Maschinenbau abgelegt hatte, wurde dem Deutsch-Brasilianer – nicht zuletzt auch aufgrund seiner Sprachkenntnisse – der erste Job in Brasilien bei einem multinationalen Automobilteile-Zulieferer mit Milliardenumsatz angeboten. Damals dachte er noch, dass er nach einem Jahr wieder nach Deutschland zurückkehren würde. Mittlerweile ist er rund zwanzig Jahre lang in Spitzenpositionen in der Automobilzuliefer-Branche auf dem nord- und vor allem südamerikanischen Kontinent tätig.

Internationales TUM Netzwerk

In seiner Heimat Brasilien lebt Claus von Heydebreck gerne wegen der Wärme – nicht nur des Wetters, sondern vor allem der Menschen. „Die Menschen hier in Brasilien haben so eine positive Lebenseinstellung. Selbst wenn es bergab geht, lassen sie sich nicht unterkriegen“, so der TUM Alumnus. Begeistert ist er auch von der beachtlichen Anzahl an Menschen, die selbst in vergleichsweise hohem Alter noch ein Aufbaustudium machen. „Kontinuierliches Lernen wird immer gefragt bleiben“, sagt er und rät genau das auch seinen jungen Mentees in Deutschland. Diese betreut er von Brasilien aus als Mentor im Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende. „Man muss sich jugendliche Flexibilität und Wissbegierde für das ganze Leben und die gesamte Karriere beibehalten, fordern und fördern“, so der selbst noch recht junge Mentor.

Auch jenseits des TUM-Mentoring hat der Topmanager den Kontakt zu seiner Alma Mater nie verloren. Möglich machen das auch die Treffen der internationalen Alumni-Netzwerke, ob in den USA oder in Brasilien, ob persönlich beim Stammtisch, oder virtuell, wenn die räumliche Distanz es nicht anders erlaubt. Wenn er in München ist, macht er nicht selten einen Abstecher zu seiner Alma Mater. „Die TUM hat mich sehr geprägt, und wenn ich in München bin, statte ich ihr gerne einen Besuch ab“, so Claus von Heydebreck lächelnd.