Unternehmerin Catharina van Delden

„Die TUM zeichnet sich durch eine Kultur der Unterstützung aus“

TUM Alumna Catharina van Delden hat ein Unternehmen gegründet, das heute zu den führenden Anbietern von Software für Agile Innovation zählt. An der TUM hat sie das Vertrauen in ihre Fähigkeiten erhalten.

Nach dem Abitur wollte die in Krefeld aufgewachsene Catharina van Delden wieder zurück in ihre Geburtsstadt München. Sie entschied sich für den an der TUM angebotenen Studiengang der Technologie- und Managementorientierten Betriebswirtschaftslehre. „TUM-BWL habe ich zunächst als Werkzeugkasten betrachtet, durch den mir später viele Möglichkeiten offenstehen würden“, sagt Catharina van Delden zu ihrer pragmatischen Entscheidung. „Doch über das Studium habe ich die TUM lieben und schätzen gelernt.“

Sehr rasch merkte Catharina van Delden, wie gut ihr der technische Fokus der Lehre und die insgesamt affirmative Atmosphäre an der TUM tat. „Die TUM zeichnet sich durch eine wunderbare Kultur aus Leistungsanspruch und gegenseitiger Unterstützung aus“, sagt sie begeistert. „Ich fühlte mich wohl und sicher.“ Schon im Bachelorstudium kam bei Catharina van Delden die Gründungsidee auf. Sie wollte die Kunden selbst in die Entwicklung neuer Produkte einbeziehen: Über das Internet sollte es diesen möglich sein, ihre Vorstellungen und Präferenzen zu einem Produkt mitzuteilen und so aktiv an dessen Innovationsprozess beteiligt zu sein. Mit dieser Form des sogenannten Crowdsourcing wollte Catharina van Delden den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Perfekter Nährboden für Gründungsvorhaben

2008 schloss Catharina van Delden ihren Bachelor in TUM-BWL ab, 2010 den Executive MBA in Innovation and Business Creation. Dieser bot ihr eine nachhaltige Grundlage für unternehmerische Pläne. Noch im selben Jahr gründete sie mit den TUM Alumni Moritz Sebastian Wurfbaum (Diplom TUM-BWL 2009), Jan Fischer (Diplom Maschinenbau und Management 2010) und Hans-Peter Heid (Diplom Elektrotechnik und Informationstechnik 2011) das Start-up innosabi.

„Die TUM lieferte den perfekten Nährboden für unser Gründungsvorhaben“, betont Catharina van Delden. „Wir waren hier so gut aufgehoben, haben soviel Zuspruch und Unterstützung erfahren.“ Heute noch ist sie dankbar für die Infrastruktur, von der einfachen Bereitstellung von Räumen für Meetings bis hin zur 1.500 Quadratmetern großen Hightech-Werkstatt des MakerSpace der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TUM. Durch die Angebote und Programme der TUM – vom Manage&More Stipendium der UnternehmerTUM über das TUM Mentoring von Alumni für Studierende bis hin zum EXIST-Gründerstipendium – wurde ihr unternehmerisches Denken und das Vertrauen in ihre Fähigkeiten gefördert, wurde das Gründen als realistischer Weg aufgezeigt.

Bei den Absolventen der TUM weiß man, dass das mind-set passt.

Catharina van Delden hebt das persönliche Engagement einzelner Vertrauenspersonen hervor, die das Gründungsvorhaben maßgeblich unterstützt haben: Joachim Henkel, TUM-Professor für Technologie- und Innovationsmanagement, stand dem Team von Anfang an als Sparringspartner fachlich zur Seite. TUM Alumnus Dr. Alexander Lang (Diplom Chemie 1997, Promotion Maschinenwesen 2017), Spezialist für Innovationsmanagement und Mentor von Catharina van Delden, wurde von der energiegeladenen Unternehmerin gleich in den Beirat der Firma geholt.

Als Pionier ist man nie am Ziel

Bis heute hat Catharina van Delden viele Verbindungen zu ihrer Alma Mater. Gerne kommt sie zu Gastvorträgen an die TUM. Noch lieber rekrutiert sie von hier für ihr Unternehmen. „Bei den Absolventen der TUM weiß man einfach, dass das mind-set, die Mentalität von agilem Arbeiten passt“, sagt sie. Und Agilität, das heißt flexibles und proaktives Handeln, ist in ihrem Unternehmen gefragt, seit es sich exponentiell entwickelt hat.

In den nur knapp zehn Jahren seit der Gründung haben Catharina van Delden und ihre Mitstreiter innosabi mehrfach neu ausgerichtet: von Beratungsleistungen über die eigene Online-Kundenplattform für Co-Creation bis hin zum Lizenzverkauf der innovativen Software an Großkonzerne. Heute zählt die Ausgründung zu den führenden Anbietern von Software für Ideen- und Innovationsmanagement. Mit 50 Mitarbeitenden werden mehrere Millionen Umsatz im Jahr erwirtschaftet – mit namhaften Kunden wie Bayer, Daimler, Siemens oder dem Flughafen München. Catharina van Delden selbst berät mittlerweile das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu aktuellen Fragen der digitalen Transformation.

Binnen der nächsten zehn Jahren will Catharina van Delden, dass innosabi zum globalen Player aufsteigt, 200 Mitarbeitende beschäftigt und mithilfe Künstlicher Intelligenz und Machine Learning Innovationsprozesse noch besser abbilden kann. Siemens hat die Strategin schon als Pilotkunden für ihr neues KI-Produkt an Bord geholt. Auch wenn die mittelfristigen Ziele für ihr Unternehmen sehr ambitioniert sind, verliert Catharina van Delden ihr langfristiges Lebensziel nicht aus den Augen. „Ich möchte ein ausgeglichenes Leben haben“, betont sie. „Die Glorifizierung des to-be-busy halte ich für absolut falsch. Nur wer gesund ist, kann auch Leistung bringen.“