GE-Chefinnovator Carlos Härtel

„Die Motivation anderer steckt mich an“

TUM Alumni Dr. Carlos Härtel lässt sich gerne begeistern: Mehrfach in seiner Karriere startete der Innovationsexperte bei null und übernahm neue Aufgaben. Seine Erfahrungen gibt er nun schon seit neun Jahren als Mentor an TUM Studierende weiter.

Carlos Härtel ist ein Kind der frühen Raumfahrtjahre. An die Begeisterung über die erste Mondlandung und die folgenden Apollo-Missionen kann er sich lebhaft erinnern. „Die grobkörnigen Schwarzweissbilder auf dem heimischen Fernseher haben bei mir bleibende Eindrücke hinterlassen“, erzählt er heute und so kam er auch zu seinem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der TUM. Als Promovierender träumte er dann davon, in der Welt des Wissens tiefe und bleibende Spuren zu hinterlassen. Doch auch außerhalb der akademischen Forschung gab es viele spannende und verlockende Aufgaben und außerdem die Chance, eigene Ideen zügig in praktischen Anwendungen umsetzen zu können. Heute sieht Carlos Härtel die Promotionszeit als eine Schule der Beharrlichkeit und des klaren Denkens. „Das habe ich erst im Rückblick richtig zu schätzen gelernt.“

Als der habilitierte Forscher eine sichere Hochschulkarriere aufgab, um als Projektmitarbeiter im Entwicklungsbereich eines Energietechnikunternehmens neu durchzustarten – das war eine Veränderung von großer Tragweite. „Wie fundamental sich Forschung im industriellen Umfeld von der Arbeit an der Universität unterscheidet, wurde mir erst allmählich klar“, sagt er heute. Bereut hat er diesen Schritt allerdings nie.

Innovation beim Werden begleiten

Mittlerweile ist Carlos Härtel Innovationsleiter von General Electric in Europa. Für den amerikanischen Industriegiganten verantwortet er unter anderem Innovationspartnerschaften mit wichtigen Kunden, die beschleunigte Umsetzung und Kommerzialisierung neuer Technologien sowie die Entwicklung von Kooperationen mit führenden Forschungsinstitutionen. An seinem Job macht ihm am meisten Spaß, Innovation beim Werden zu begleiten. „Es ist enorm spannend, eng mit unseren globalen Teams zu arbeiten, die es schaffen, eine zündende Idee von der ersten Skizze auf der Wandtafel bis zu einem marktfähigen Hochtechnologieprodukt umzusetzen. Leider bleibt mir wegen all der anderen Verpflichtungen im Tagesgeschäft viel weniger Zeit dafür, als mir lieb wäre.“

Seit mehr als neun Jahren engagiert sich er sich im Programm TUM Mentoring von Alumni für Studierende als Mentor. Bald 20 Mentees hat er in dieser Zeit kennengelernt und bis zu einem Jahr lang als Mentor begleitet. Für ihn sind die spannendsten Mentees diejenigen, die genau wissen, was sie wollen und bei Diskussionen offen und kritisch dagegenhalten. Die Mentorenschaft sieht Härtel als Ergänzung: „Ich bin für Fragen da, die Professoren oder privates Umfeld nicht beantworten können.“ Von der Motivation seiner Mentees lässt sich Carlos Härtel dabei gerne anstecken: „Das gibt auch mir selbst immer wieder einen richtigen Motivationsschub.“