TUM Ambassador Anca Muscholl

„Die TUM ist ein wunderbarer Ort, um interdisziplinär zu forschen“

Heute ist TUM Ambassador Anca Muscholl eine international hoch angesehene Forscherin, die mit ihren Algorithmen Software besser und sicherer macht. Ihr Weg in die Informatikforschung startete an der TUM.

Mit anhaltender Begeisterung und voller Überzeugung betreibt Professor Dr. Anca Muscholl in einer nach wie vor von Männern dominierten Disziplin zukunftsträchtige Grundlagenforschung in der Theoretischen Informatik. Schon als Abiturientin war sie fest davon überzeugt, dass die Informatik eine große Zukunft hat. Dass sie selbst diese Entwicklung auf entscheidende Weise mitgestalten würde, hat sie sich niemals erträumen lassen.

Nachhaltige Prägung

Die Entscheidung, nach dem Abitur Informatik und Mathematik an der TUM zu studieren, war für Anca Muscholl selbstverständlich. Sie betont, wie gewinnbringend sie das breit angelegte Studium empfand, das ihr gelehrt hat, stets offen für Neues, für andere Gebiete und Gesprächspartner zu sein. „Meine Studienzeit an der TUM war großartig und prägt mich bis heute“, sagt sie. „Auch meine hervorragenden Lehrkräfte haben mich entscheidend beeinflusst.“ Vor allem die Informatik-Professoren Wilfried Brauer und Volker Diekert waren es, die die Leidenschaft und das Talent der jungen Wissenschaftlerin nachhaltig lenkten: Sie weckten ihr Interesse an der Theoretischen Informatik und gaben damit ihrer wissenschaftlichen Laufbahn die Ausrichtung.

Die Kenntnisse, die man an der TUM erwirbt, prägen das ganze Leben.

Seither betreibt Anca Muscholl Grundlagenforschung auf höchstem Niveau, ob an der Universität Stuttgart, der Universität Paris oder der Universität Bordeaux. Die Mehrheit der modernen Technik, etwa in der Autoindustrie, der Flugzeugindustrie oder der Robotik, beruht auf sogenannter verteilter Software, die sehr schwer zu analysieren und validieren ist. Anca Muscholls algorithmische Methoden leisten genau dies. Schon mehrfach wurde die Informatikerin für ihre wegweisenden Forschungen ausgezeichnet, etwa mit der Silbermedaille des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung.

Wechselseitiger Profit

Als sie 2015 von Professor Javier Esparza, TUM-Ordinarius für Grundlagen der Softwarezuverlässigkeit und Theoretische Informatik, auf die Hans Fischer Senior Fellowships des TUM Institute of Advanced Studies (IAS) aufmerksam gemacht wurde, stand für Anca Muscholl sofort fest, zurück an die TUM zu gehen. Das Stipendium ermöglicht es herausragenden internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gemeinsam mit einer Forschungsgruppe der TUM neue, innovative und risikoreiche Themen zu entwickeln und intensive internationale Kooperationen aufzubauen. Diese Chance wollte sich die Spitzenforscherin nicht entgehen lassen. Sie bewarb sich prompt und erhielt das dreijährige Stipendium.

Ein Jahr lang forschte Anca Muscholl an der TUM mit ausgewiesenen Experten, die alle Fachgebiete von Beschreibungsstrukturen in der Informatik über Robotik und Künstlicher Intelligenz bis hin zu Realzeit-Computersysteme und Hybriden Regelungssysteme abdeckten. Die interfakultäre Zusammenarbeit zahlte sich aus: Selbst nach ihrer Rückkehr nach Bordeaux wurde Anca Muscholl durch diese fachübergreifenden Ergebnisse beflügelt und zu lokalen Kollaborationen inspiriert. „Mein Aufenthalt an der TUM war eine ausgesprochen produktive und anregende Zeit“, resümiert Anca Muscholl. „Die TUM ist ein wunderbarer Ort, um interdisziplinär zu forschen.“

Auszeichnung als TUM Ambassador

Wie sehr die passionierte Informatikerin die TUM mit ihrer wissenschaftlichen Expertise und ihren internationalen Erfahrungen bereicherte, macht die jüngste Auszeichnung von Anca Muscholl deutlich. In Anerkennung ihrer Verdienste wurde der Spitzenforscherin durch TUM-Präsident Thomas F. Hofmann der Ehrentitel „TUM Ambassador“ verliehen. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich“, sagt Anca Muscholl bescheiden. „Ich schätze die TUM und ihre Forschungsatmosphäre sehr.“ Wenn es nach ihr ginge, sollte jeder an der TUM studieren und forschen. „Die Kenntnisse, die man hier erwirbt, prägen das ganze Leben.“