Gründer Adam Probst

„Wir automatisieren Künstliche Intelligenz“

TUM Alumnus Adam Probst will die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz auf ein nächstes Level heben. Er entwickelte dafür ein Werkzeug, das Unternehmen dabei hilft,  Künstliche Intelligenz noch effizienter zu nutzen.

Kurz nach seinem Maschinenbau-Studium hatte Adam Probst eigentlich alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte. Er arbeitete bei gutem Gehalt und mit unbefristetem Vertrag bei einem Weltkonzern und hatte hervorragende Karriereaussichten. „Erfüllt hat mich das aber nicht“, sagt er. Nach drei Jahren im Job kündigte er und gründete 2017 sein eigenes Unternehmen. Die maiot GmbH hat sich seit ihrer Gründung immer wieder verändert und ihr Produkt an den Markt angepasst. Heute liefert sie das Werkzeug für die effiziente Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI). Adam Probst will damit anderen Unternehmen dabei helfen, in die nächste Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung, die nächste industrielle Revolution hineinzuwachsen: „Ich will Zukunft mitgestalten.“

Breite Zielgruppe

„Alle Industriegebiete werden künftig auf Künstlicher Intelligenz basieren“, glaubt Adam Probst. „Und wir helfen den Firmen, die KI-Produkte bauen. Wir automatisieren Künstliche Intelligenz und unterstützen damit Firmen bei der Entwicklung und Anwendung ihrer Prozesse und Produkte.“ Vergleichbar sei sein Produkt mit einem Werkzeug, das an der Schnittstelle zwischen Softwareentwicklung und „Machine Learning“ entsteht. Die Zielgruppe dafür ist breitgefächert und umspannt alle Bereiche, in denen Algorithmen bzw. Künstliche Intelligenz genutzt werden: Von der Shopping-Webseite, die ihren Kunden passende Kaufangebote machen will, über Schadensvorhersagen etwa bei Bussen und Lastkraftwagen, bis hin zum Medizinsektor, wo KI dabei hilft, im Röntgenbild Krankheiten zu erkennen.

„Die TUM war für mich Wegbereiter“

Sein Studium an der TUM begann Adam Probst zunächst in der Erwartung, einmal als Ingenieur in der Automobilindustrie zu arbeiten. Einen wichtigen Impuls für die eigene Gründung gab dann das unternehmerische Stipendium der UnternehmerTUM 2009. „Die UnternehmerTUM hat mir damit eine für mich damals völlig unbekannte Welt gezeigt: Entrepreneurship.“

Später ging er mit Unterstützung von Helmut Schönenberger, heutiger TUM-Vizepräsident für Entrepreneurship, für ein Auslandssemester ins Silicon Valley, wo er an der dort ansässigen Stanford University sein Masterstudium begann. Eine Zeit, die ihn entscheidend prägte und in eine aufstrebende Gründerszene blicken ließ.

Nach seiner Jobkündigung nahm er an der „Digital Product School“ der UnternehmerTUM teil und lernte hier seinen Mitgründer Hamza Tahir (Master Informatik 2018) kennen, später kam Informatiker Benedikt Koller dazu. „Die TUM war für mich Wegbereiter und ist weiterhin Wegbegleiter auf verschiedenen Ebenen. Akademisch, unternehmerisch und vor allem als Netzwerkpunkt auf der internationalen Bühne“, betont Adam Probst. „Die unternehmerische Universität hat mich perfekt auf meine eigene Gründung vorbereitet.“

Isarmetropole statt Silicon Valley

Trotz seiner im Auslandssemester aufgebauten Kontakte im Silicon Valley gründete Adam Probst sein Startup in München. Das Silicon Valley stehe zwar für Fortschritt, Tech-Riesen und schnelles Wachstum, Adam Probst sieht aber auch Nachteile: „Sobald sich der Umsatz nicht in kürzester Zeit verdoppelt, wird der „Kapital“-Stecker gezogen oder das Personal verabschiedet sich in die Nachbarschaft.“ München sei indes ein wirtschaftsstarker Standort mit vielen Pluspunkten, um ein Unternehmen langfristig aufzubauen: „Deutschland hat eine gesunde und organisch gewachsene Industrie.“

Außerdem seien an der Isarmetropole  die Lebenshaltungskosten wie auch die Gehaltvorstellungen von Mitarbeitern moderater. „Unsere Heimat kann sich auf internationaler Bühne absolut sehen lassen.“ Für Adam Probst wurde seine Alma Mater aufgrund ihrer guten Kontakte und Förderprogramme zum Sprungbrett: „Die TUM hat eine maßgebliche Rolle für meine Entscheidung zur eigenen Gründung gespielt.“